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Forderungen an die Poltik

 

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Statement von Ingrid Scherrmann zum Abschluss der Konferenz
 
am 5. Dezember 2008, Strassbourg, Europaparlament:
Conference on Environment and Health: Indoor Pollution and Multi System Illnesses
 
Handeln ist notwendig
 
(als pdf-datei: www.safer-world.org/d/Forderungen.pdf )

Der heutige Mensch ist einer wachsenden Vielfalt an Umweltbelastungen ausgesetzt.  Es gibt zunehmend Belege, dass viele von Ihnen bei der Entstehung von Krankheiten maßgeblich beteiligt sind. Schadstoffinduzierte Krankheiten nehmen stark zu. Daraus resultiert: Zunahme an Leid und Verringerung an Lebensqualität. Die Gesundheitssysteme sind nicht mehr  finanzierbar. Der heutige Kenntnisstand ist ausreichend, um politisches Handeln zu  rechtfertigen und zwingend zu fordern. Oberstes Ziel: Weltweite effektive Prävention im Sinne einer  umfassenden Schadstoffvermeidung. Das Wohlergehen der heutigen und zukünftigen Generationen  steht auf dem Spiel. 

Die Politik muss die gesetzlichen Rahmenbedingungen für diese  Prävention schaffen:

1)   Die Politik muss sich unvoreingenommen öffnen für die Fülle an vorhandenem Wissen über die Wirkungen von Schadstoffen. Nur unter Einbeziehung  dieser Kenntnisse, gepaart mit dem politischen Willen, gelingt eine ausreichend umfassende gesetzliche Regelung für effektive Schadstoffvermeidung, effektiven Umweltschutz und effektiven Gesundheitsschutz.

2)   Expertenwissen ist die Basis für politisches Handeln. Deshalb müssen die politisch Verantwortlichen ihr Wissen über Zusammenhänge zwischen Schadstoff und Krankheit von Industrie-unabhängigen Experten bekommen.

3)   Umweltschutz und Menschenschutz müssen als Einheit gesehen und als zentrale Aufgabe betrachtet werden! Dieses Verständnis  muss in der politischen Umsetzung klar zum Ausdruck kommen. Ein wirksames politisches Handeln muss ressort- übergreifend erfolgen. Für die Kompetenzbündelung ist die Schaffung eines starken Ressorts notwendig.

4)   In die Beforschung der Rolle von Schadstoffen beim Krankheitsgeschehen durch Industrie-unabhängige Wissenschaftler muss mehr Geld investiert werden.

5)   Das Wissen über die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Schadstoffen muss systematisch erfasst und sichtbar gemacht werden

6)    Die derzeitige Grenzwertpolitik entspricht nicht mehr dem heutigen Kenntnisstand. Bei der Risikobewertung wird überwiegend das Risiko einzelner Schadstoffe bewertet, nicht jedoch das gesundheitsschädigende Potential von komplexen, oft extrem synergistisch wirkenden Schadstoffgemischen. Die Politik muss die Gesetze an diese Erkenntnisse anpassen.

7)   Die Politik ist gefordert, Transparenz zu schaffen und zu informieren. Die Bürgerinnen und Bürger lassen sich nur zu einem verantwortungsvollen Konsumverhalten und einem gesünderen Lebensstil bewegen, wenn sie über die gesundheitliche Brisanz der schon vorhandenen Erkenntnisse aufgeklärt werden.

8)   Die Politik ist gefordert, schadstoffbedingte Gesundheitsschädigungen nicht zu verharmlosen  oder gar zu psychiatrisieren und jedem  entsprechenden Versuch vehement entgegen zu treten und ihn zu ahnden.

9)   Die politischen Richtlinien müssen garantieren, dass die Erkenntnisse über Schadstoffbedingte Erkrankungen und die Möglichkeiten sie zu vermeiden,  ihren Niederschlag im Klinik- und Praxisalltag der Mediziner finden.

10) Die Politik ist aufgefordert, in der Medizin und in der Gesellschaft einen breiten Konsens und Anreize zu schaffen für eine Umkehr: weg  von  einer "Reparationsmedizin" zu einer „Präventionsmedizin“ - im Sinne einer  Anleitung zur Schadstoffreduktion.

 

 

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