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Folgenden Brief schrieb
ich an ca. 25 Vorsitzende von Gesetzlichen Krankenkassen.
Als Antwort bekam ich 2
kurze Briefe.
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Ingrid Scherrmann
Fuchsfeldstr. 50, D-88416 Ochsenhausen, Tel.:+49 7352/940529, fax: -/4392 email:
info@safer-world.org,
web:
http://www.safer-world.org
SAFER
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environment
Ochsenhausen, den 25. 09. 2002
An den
AOK-Bundesverband
z. H des Vorsitzenden des Vorstands
Herrn Dr. Hans Jürgen Ahrens
Kortrijker Straße 1
53177 Bonn
An die Vorsitzenden der
Vorstände der AOK- Landesverbände
Betrifft: A)
Ursachen der Kostensteigerung durch Fehldiagnosen
und
Fehltherapien toxin-induzierter Krankheiten
B) Möglichkeiten der Kostenreduktion im Gesundheitswesen
Sehr geehrter Herr Dr. Ahrens,
sehr geehrte Damen und Herren,
aufgrund meiner SAFER WORLD-arbeit bekomme
ich viele Krankenakten und Gutachten zugesandt. Allen gemeinsam ist, dass die
Zusammenhänge zwischen Krankheiten aller Art und Schadstoffen aller Art zu wenig
bekannt sind und dass somit Fehldiagnosen und Fehltherapien unvermeidlich sind.
Da dies ausser den gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Folgen für die
Einzelpersonen auch finanzielle Auswirkungen für die GKVen hat, versuche ich,
Ihnen diese meiner Kenntnis nach bisher kaum beachteten Ursachen der
Kostensteigerung darzulegen.
A) Ursachen der Kostensteigerung durch
Fehldiagnosen und Fehltherapien toxin-induzierter
Krankheiten
Aus meiner Sicht und aus der Sicht
renommierter internationaler WissenschaftlerInnen, AerztInnen und AutorInnen
werden folgende Aspekte bei der Analyse der Kostensteigerung im Gesundheitswesen
zu wenig berücksichtigt:
1.
In der
internationalen Forschung liegen vermehrt Erkenntnisse vor, dass bei der
Entstehung vieler Krankheiten (nicht nur bei Allergien, Asthma, Diabetes,
Herz-Kreislauf-krankheiten, Krebs, MS, Parkinson, Alzheimer, Adipositas,
psychischen Krankheiten) verschiedenartige Schadstoffe (also Chemikalien,
Lärm, radioaktive, elekro-magnetische und andere Strahlung) eine zentrale Rolle
spielen. Es verdichtet sich die wissenschaftliche Erkenntnis, dass viele
gesundheitliche Schädigungen nicht nur durch einmalige hohe Dosen sondern vor
allem durch Synergien unterschiedlichster Belastungen auch im sog.
Niedrigdosisbereich entstehen. Diese Erkenntnis wird von der Schulmedizin,
speziell der Arbeitsmedizin, Teilen der alternativen Medizin, der
Pharmaindustrie, der Politik, den Behörden, den Gerichten etc. zu wenig
beachtet.
2.
In der Beurteilung
von schadstoffbedingten gesundheitlichen Schädigungen wird i. a. nur die Dosis,
also weder Dauer, Applikationsweg, Alter, Gewicht, individuelle Vulnerabilität
noch werden mögliche Synergien berücksichtigt.
3.
Die schon
vorhandenen Erkenntnisse über gen-, immun-, nerven- fruchtschaedigende,
hormonwirksame und krebsauslösende Wirkungen von Schadstoffen auch im sog.
Niedrigdosisbereich finden zu wenig Eingang in die Grenzwertbestimmungen.
4.
Die heutige
universitäre Umweltmedizin ist aus der Arbeitsmedizin hervorgegangen. Die durch
berufliche Schadstoffbelastungen entstandenen Gesundheitsschäden werden somit
selten von der universitären Umweltmedizin als schadstoffbedingt anerkannt. Die
Praxis in BG- und auch in Rentenverfahren belegt dies tagtäglich.
5.
Insbesondere bei
kleinen Betrieben, bei denen eine arbeitsmedizinische Beratung und Kontrolle
nicht stattfindet, werden arbeitsmedizinische Standards öfters nicht
eingehalten.
6.
Die universitäre
Umweltmedizin überträgt ihre Kriterien der Beurteilung von Schadstoffbelastungen
im beruflichen Bereich auch auf die Beurteilung im privaten Bereich.
7.
Bei Menschen, die
unwissendlich durch Schadstoffe erkrankten, findet ein Hinterfragen einer
möglichen Schadstoffbelastung meist nicht statt. Eine wesentliche Möglichkeit,
die Ursachen einer Krankheit zu erfahren, diese zu lindern oder zu heilen wird
somit aus Unkenntnis unterlassen. Schwere chronische und dadurch teure
Erkrankungen sind die Folge.
8.
Menschen mit toxin-induzierten Krankheiten, die
nachweislich durch Schadstoffe krank wurden, durchleben in der Regel ein
Arzthopping bzw. Arztshopping, weil ihnen niemand - weder von der Schulmedizin
noch von der alternativen Medizin - tatsächlich helfen kann. Viele - meist
unnütze - fachärztliche Untersuchungen und falsche Therapien verursachen Kosten.
9.
Eine Untergruppe toxin-induzierter Krankheiten ist
die Chemikalien-intoleranz (CI), die in unterschiedlichster Ausprägung auftreten
kann. Menschen mit CI erleben besonders viele Fehldiagnosen und Fehltherapien.
Für diese Kranken steht das Verschieben von der somatischen auf die psychische
Ebene im Vordergrund der ärztlichen Behandlung. Es ist erschreckend, wie wenig
deutsche AerztInnen, insbesondere NeurologInnen, PsychiaterInnen,
PsychotherapeutInnen (und auch PsychologInnen und PaedagogInnen) über die
Auswirkungen von Schadstoffen wissen. Menschen, die durch Neurotoxine und andere
Schadstoffe krank wurden und an CI leiden, bekommen fast immer psychische
Krankheiten attestiert, das heisst sie werden medikamentösen Behandlungen durch
Psychopharmaka, Psychotherapien und recht häufig stationären Aufenthalten
unterworfen, letztere nicht nur in psychosomatischen sondern in steigendem Masse
vor allem in psychiatrischen Kliniken. Diese “Therapien” sind allesamt bei CI
nicht nur wirkungslos sondern sie verschlimmern das Krankheitsbild erheblich. Es
entbehrt wissenschaftlicher Seriosität, bei CI-kranken Oekochondrie, Psychosen,
Neurosen, somatoformes Schmerzsyndrom, Angstneurosen, etc. zu diagnostizieren.
Ich kenne keinen einzigen Fall von CI, bei dem eine psychotherapeutische
und/oder psychiatrische Behandlung eine Besserung erzielte. Ich kenne sehr wohl
viele Fälle, bei denen ein schadstoffärmeres Leben eine Besserung brachte. Dass
psychische Probleme als Folge der Fehldiagnosen und Fehltherapien auftreten
können, ist dazu kein Widerspruch.
10.
Chemikalienintoleranzen beinhalten meist auch eine Medikamentenintoleranz und
umgekehrt. Auch dies ist wenig bekannt und führt zu Fehlbehandlungen.
11.
ÄrztInnen der
alternativen Medizin sind oft die einzigen, die PatientInnen mit
Schadstoffbelastungen ernst nehmen. Aber auch durch ihre Behandlungen
verschlimmern sich toxin-induzierte Krankheiten häufig, was wiederum vermehrte
Kosten für die GKVen bedeuten.
Insgesamt kommt die aufgezeigte Unkenntnis
vor allem die GKVen teuer zu stehen.
B) Möglichkeiten der Kostenreduzierung im
Gesundheitswesen
Um meine Vorstellungen zu verdeutlichen, wie
längerfristig der Gesundheitszustand der Bevölkerung verbessert und Kosten
reduziert werden können, möchte ich zunächst meine privaten Erfahrungen kurz
schildern:
Ich wurde - vermutlich hauptsächlich durch
einen Schadstoff-Cocktail an meinem Arbeitsplatz - schwer krank. Meine Ärzte
rieten dringend, mir Rahmenbedingungen zu verschaffen, die mir ein relativ
schadstoffarmes Leben ermöglichen. Meine Therapie war und ist also hauptsächlich
“Lernen und Meiden”. Mein Wissen machte mich “immun” gegen Falschbehandlungen
der Schulmedizin und vor allem gegen die Heilsverprechen der alternativen
Medizin. Dadurch ersparte ich mir viele Umwege und meiner privaten Krankenkasse,
der staatlichen Beihilfe und mir selber nicht unerhebliche Kosten. Heute habe
ich ein weitgehend symptomfreies Leben. Letztes Jahr bekam ich übrigens 3
Monatsbeiträge meiner Krankenkasse zurückerstattet, weil es sich nicht lohnte,
meine niedrigen Arzt- und Arzneikosten einzureichen.
Ich denke, es lässt sich vieles vom
Einzelfall auf die Allgemeinheit übertragen, d. h. die GKVen könnten auch im
Normalfall Kosten einsparen. Um dies zu erreichen müssten die GKVen in
verschiedenen Bereichen eine Vorreiterrolle einnehmen. Dazu einige Vorschläge:
I Breit angelegte Aufklärung über
Zusammenhänge im Bereich “Umwelt und Gesundheit”
1.
Die Themen “Umwelt”
und “Gesundheit” werden nicht mehr getrennt sondern als Einheit betrachtet.
Gesundheit ist ohne gesunde Umwelt, also ohne gesunde Luft, Wasser, Böden nicht
möglich.
2.
Die vorliegenden
Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Krankheiten aller Art und
Schadstoffen aller Art werden wahrgenommen, denn ohne dieses Wissen wird das
Umweltbewusstsein der Bevölkerung nicht in umweltbewusstes Handeln
transformiert.
3.
Informationen über
Möglichkeiten, ein schadstoffärmeres Leben zu führen, wird Priorität
eingeräumt. Die Eigenverantwortung der Menschen auf dem Gebiet
“Schadstoffreduktion” , wird - ähnlich wie bis jetzt bzgl. Nikotin -
thematisiert.
4.
Dem Trend, an eine
Schadstoffreduktion ohne individuelles und institutionelles Zutun zu glauben,
wird entgegengearbeitet.
5.
Die Meinung, die
Thematik überfordere die Menschen aufgrund Ihrer Komplexität, darf nicht im
Bereich der Resignation verharren.
6.
Der Meinung, das
Wissen über die Zusammenhänge erzeuge Angst und Panik, wird entgegengearbeitet,
da Verdrängen und Abwiegeln Angst aufbaut, Aufklärung und Handlungsanleitung
Angst abbaut.
7.
Die Hintergründe der
gängigen Informationspolitik in Wissenschaft, Medizin, Industrie, Politik,
Gerichten mit ihren Lobbies werden aufgezeigt.
8.
Über die Toxizität
von Duftstoffen in Reinigungs-, Putzmitteln und Kosmetika wird aufgeklärt.
II Forderungen an
die Politik
1)
Ähnlich wie bei
einem Unfall wird die Industrie für die Gesundheitsschädigungen durch Emissionen
ihrer Produkte haftbar gemacht.
2)
Neue Substanzen und
Technologien dürfen ohne Unbedenklichkeitsnachweise, die durch unabhängige
Stellen überprüft werden, nicht auf den Markt gebracht werden.
3)
Neue
Forschungsschwerpunkte wie z. B. Präventionsmedizin, inhalative Belastungen in
Innenräumen, Synergien, toxin-induzierte Vaskulitis, Auswirkungen von
Neurotoxinen auf Konzentrations-, IQ-minderung, Aggressionszunahme und auf die
Entstehung von Suchtverhalten, werden eingerichtet.
4)
Eine
interministerielle Arbeitsgruppe zum Thema “Umwelt und Gesundheit” wird
eingerichtet, der VertreterInnen aller Ministerien angehören.
5)
Ein unabhängiges
Institut beschäftigt sich mit ressortübergreifenden und gezielten
Ursachen-Folge-Kosten-Berechnungen, die auch die Kosten der Fehldiagnosen und
Fehltherapien bei toxin-induzierten Krankheiten miteinbeziehen.
6)
Ein unabhängiges
Institut beschäftigt sich mit Risikobewertung und Risikomanagment. (Die
Unabhängigkeit ist bis jetzt unzureichend gewährleistet.)
7)
Die Tabaksteuer wird
erhöht und frei zugängliche Zigarettenautomaten werden abgeschafft.
8)
Menschen mit CI
bekommen Rahmenbedingungen, die ihnen trotz der Krankheit ein aktives Leben
erlauben. (vgl. Proklamation des Gouverneurs von Connecticut)
III Forderungen an
die Medizin und die ihr angegliederte Wissenschaft
1.
In der
MedizinerInnenaus- und weiterbildung spielt eine moderne Form der Umweltmedizin
eine Schlüsselrolle.
2.
Im Rahmen von
“Medizin und Ethik” nimmt die Thematik “Umwelt und Gesundheit” eine zentrale
Stelle ein.
3.
Den Auswirkungen
inhalativer Belastungen im Indoor-Bereich wird mehr Beachtung geschenkt.
4.
Eine standardmässige
Befragung zur Korrelation zwischen Chemikalienexposition und Lebensqualität mit
Hilfe von Fragebögen (wie z. B. CAS, WHOQOL-BREF) wird angeboten.
5.
Bzgl.
Krankheitsbildern wie TILT (Toxicant Induced Loss of Tolerance), MCS (Multiple
Chemical Sensitivity), CI wird nach streng wissenschaftlichen Kriterien
geforscht.
6.
In Kiniken und
Rehaeinrichtungen werden schadstoffarme Räume eingerichtet.
7.
Wie vermehrt in
Nordamerika ist auch hierzulande in Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen und
Arztpraxen analog zum Rauchverbot ein Duftstoffverbot selbstverständlich.
Abschliessende Zusammenfassung
Längerfristiges Ziel muss sein,
-
dass alle Gruppen in unserer Gesellschaft ihre
Verantwortung wahrnehmen und ´ gemeinsam
daran arbeiten, eine Schadstoffreduktion in allen Lebensbereichen zu erreichen,
-
dass die Bürgerinnen
und Bürger motiviert werden, durch Schadstoffreduktion im privaten und
beruflichen Umfeld einen Beitrag für ihre Gesundheit zu leisten.
Angesichts der steigenden Anzahl von
chronisch kranken Menschen und der damit verbundenen steigenden Kosten ist es
unabdingbar, dass auch die gesetzlichen Krankenversicherungen sich mit der hier
vorgestellten Sicht auseinandersetzen, und der Prävention einen noch grösseren
Stellenwert einräumen.
Ich bin gerne bereit, Ihnen weitere und
detailliertere Ausführungen zukommen zu lassen.
Mit freundlichen Grüssen
Ingrid Scherrmann
Anlagen der Postfassung:
Grafik zu “Gesundheitliche Folgeschäden und
Folgekosten von Intoxikationen”,, Kurzinfo zu
www.safer-world.org
Parfüm - Nein danke!, Proklamation des
Gouverneurs von Connecticut
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