SAFER WORLD  a private independent international internet information network www.safer-world.org/

Vorwort, S. 11-13

 

Willkommen ] Adressen ] Chemikalien ] Krankheiten ] Themen ] Veröffentlichungen ] newsletter ] Scherrmann ] Impressum/Disclaimer ] Inhaltsverzeichnis ] Suche ]

 

Suche

Home International

home English

home deutsch

Home
Nach oben
 

contact: info@safer-world.org

 

Vorwort Patienten mit multiplen und medizinisch unklaren Gesundheitsbeschwerden sind im System der medizinischen Primärversorgung, aber auch in klinischen Einrichtungen relativ häufig. Seit einigen Jahren bringen Patienten wie Ärzte derartige Beschwerden und Erkrankungen zunehmend mit Fremdstoffexpositionen in einen ursächlichen Zusammenhang. Bei einem Teil der betroffenen Personen haben sich im Laufe der Zeit nach subjektiver Einschätzung mannigfache Intoleranzen gegenüber einer Vielzahl chemisch nicht verwandter Fremdstoffe entwickelt, wobei bereits sehr geringe Expositionen, die von der Allgemeinbevölkerung ohne erkennbare gesundheitliche Probleme toleriert werden, für die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen verantwortlich gemacht werden. Derartige Beschwerdebilder werden als Multiple Chemische Sensitivität (MCS) oder allgemeiner als Idiopathische Umweltintoleranzen (Idiopathic Environmental Intolerances, IEI) bezeichnet. Sie gehen häufig mit einer beträchtlichen Einschränkung der Lebensqualität und einem hohen Leidensdruck einher.
Allgemein anerkannte Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten existieren bislang nicht. Inwieweit MCS tatsächlich durch Umweltschadstoffe verursacht oder ausgelöst wird, ist umstritten. Umso mehr sind derartige ,,Umweltsyndrome" Gegenstand nicht nur wissenschaftlicher, sondern auch öffentlicher und politischer Diskussionen. Die Zahl der Patienten mit selbstvermuteter MCS ist in den letzten Jahren beträchtlich angewachsen. In Medienberichten war von mehr als einer Million MCS-Kranken in Deutschland die Rede. Von den Betroffenen und ihren Organisationen wurden weitreichende Forderungen nach Prävention, Diagnostik und Behandlung (einschließlich Kostenübernahme) erhoben. Aus den genannten Gründen waren und sind verstärkte Forschungsanstrengungen unausweichlich. Im gegebenen Zusammenhang fand im Februar 1996 in Berlin mit Unterstützung des Umweltbundesamtes und unter Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation ein ,,Workshop on Multiple Chemical Sensitivities (MCS)" statt (IPCS 1996). Die dort versammelten Experten empfahlen die verstärkte Erforschung des MCS/IEI-Phänomens, wobei einerseits Studien mit doppelt-blinden, placebo-kontrollierten Provokationstests und andererseits klinisch- epidemiologische Studien als besonders erfolgversprechend angesehen wurden. Im Nachgang zu dieser Tagung berief das Umweltbundesamt drei Arbeitsgruppen (Diagnose, Pathogenese, Therapie) mit dem Auftrag ein, eine für deutsche Verhältnisse geeignete Forschungsstrategie zu entwickeln. Im September 1998 wurde dann auf einer abschließenden Sitzung aller Arbeitsgruppen dem Umweltbundesamt die Förderung eines überregionalen multizentrischen MCS-Forschungsprojektes nahegelegt. Vor diesem Hintergrund kündigte das Umwelt- bundesamt noch im gleichen Monat in einer begrenzten Ausschreibung die Absicht an, kurzfristig ,,Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen des MCS-Syndroms (Multiple Chemikalienüberempfindlichkeit) bzw. der IEI (idiopathische umweltbezogene Unverträglichkeit) unter besonderer Berücksichtigung des Beitrages von Umweltchemikalien" im Rahmen einer epidemiologischen Studie zu fördern. Nach Vergabe des Projektes an das Robert Koch-Institut im Februar 1999 und der Auflage des Auftraggebers, bundesweit sechs klinisch-umweltmedizinische Einrichtungen in den Verbund einzubeziehen, wurden umweltmedizinische Ambulanzen in Aachen, Berlin, Bredstedt,
Freiburg, Giessen und München ausgewählt (fünf universitäre Einrichtungen und eine als Umweltklinik bekannte Einrichtung). Der Forschungsverbund formierte sich im April 1999 bei einem ersten Projekttreffen in Berlin. Nach methodischen Vorbereitungen konnte die
Erhebungsphase im Jahr 2000 durchgeführt werden. Es folgte die abschließende Fallbearbeitung in den beteiligten umweltmedizinischen Zentren. Die anonymisierten Erhebungsbögen wurden bis Mitte 2001 an das Studienzentrum nach Berlin geschickt. Dort erfolgte die Datenerfassung und -aufbereitung sowie die anschließende statistische Datenauswertung. Die Grundauswertung war im April 2002 abgeschlossen. Mit dem nun vorliegenden Bericht werden neben einer Beschreibung der Studie (Methoden und Datenmaterial, Kap. 2) die Ergebnisse der Grundauswertung präsentiert (Kap. 3) und im Hinblick auf die eingangs gestellten Forschungsfragen erörtert (Kap. 3.6). Bei der Erstellung des Abschlussberichtes haben wir uns bemüht, die Anliegen der Projektpartner und Beiratsmitglieder so weit wie möglich zu berücksichtigen. Da nicht in jedem Punkt Einverständnis erzielt werden konnte, zeichnet letztendlich die Studienleitung für den erstellten Bericht verantwortlich. Über die Resultate der vertieften Datenanalysen wird in ergänzenden wissenschaftlichen Publikationen berichtet. An der vorliegenden Studie haben zahlreiche Personen und Institutionen mitgewirkt, denen an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank ausgesprochen werden soll. Neben den eigentlichen Kooperationspartnern (s. Kap. 1.3) sind zunächst die Fachbegleiter des Umweltbundesamtes, Frau Dr. med. habil. J. Dürkop und Herr Prof. Dr. med. W. Schimmelpfennig, zu nennen.
Gedankt sei auch Frau Dr. I. Paulini und Herrn Dr. med. N. Englert, die dem Projekt von Seiten des Umweltbundesamtes ebenfalls in entscheidenden Phasen hilfreich zur Seite standen.
Unser Dank gilt weiterhin dem Projektbeirat, der das Vorhaben von Anfang an fachlich begleitete (s. Kap. 1.3). Das Studienzentrum ist darüber hinaus Herrn Prof. Dr. J. Bortz (TU Berlin) für seine fachkundige Beratung in methodisch-statistischen Fragen zu besonderem Dank verpflichtet. Großen Dank schulden wir auch Herrn Dr. J. Gladitz, der in einer schwierigen Projektphase die Datenauswertung außerordentlich unterstützte. Schließlich gilt der Dank auch den folgenden, stellvertretend genannten Mitarbeitern des Robert Koch-Institutes: Frau Dir. u. Prof. Dr. B.-M. Kurth, Herr Prof. Dr. D. Naumann, Herr Dir. u. Prof. Dr. W. Thefeld, Frau Dr. A. Dietel, Frau Dipl.-Math. U. Ellert, Frau G. Flemming, Herr D. Krüger, Frau Dr. M. Kalcklösch, Frau A. Kaschitzki, Herr Dipl.-Biol. D. Laußmann, Herr Dr. W. Thierfelder, Frau G. Winter und Frau Dr. U. Wolf. Weiterhin bedanken wir uns bei Herrn Dr. S. Norley für die Durchsicht und Überarbeitung der englischsprachigen Zusammenfassung. Da die Daten des Bundes- Gesundheitssurveys 1998 des Robert Koch-Instituts an etlichen Stellen des MCS- Studienberichtes zum Vergleich herangezogen wurden, möchten wir denjenigen, die den Survey durchgeführt und die Daten zur Verfügung gestellt haben, herzlich danken, ebenso den externen Wissenschaftlern, die uns Vergleichsdaten zur Verfügung stellten, wie Frau Dr. M. Faltermaier-Temizel und Herrn PD Dr. M. Zaudig. Auch der Baseler Arbeitsgruppe um Herrn Prof. Dr. J. Küchenhoff sei für die anregenden Diskussionen gedankt. Das Umweltbundesamt fördert im Rahmen des Umweltforschungsplanes (UFOPLAN) des Bundesumweltministeriums bisher insgesamt drei FuE-Vorhaben zu MCS. Neben der im vorliegenden Bericht dargestellten Basisstudie (Teil I der multizentrischen MCS-Studie) läuft ein bis 31.05.2004 datiertes Folgevorhaben, mit dem vor allem der Erkrankungsverlauf näher untersucht werden soll (Teil II der multizentrischen MCS-Studie) sowie ein Ergänzungsprojekt zur ,,Suszeptibilität bei MCS" mit einer Laufzeit bis 30.09.2003. Zu diesen Studien werden nach deren Ablauf ebenfalls Forschungsberichte vorgelegt. Alle über den UFOPLAN geförderten MCS-Studien bilden einen zusammengehörigen MCS-Forschungsschwerpunkt. Die einzelnen Studien widmen sich unterschiedlichen Aspekten des Gesamtproblems.

 

Die neuesten Infos finden Sie meist in den newslettern.
Am raschestens finden Sie Informationen zu einem von Ihnen gewuenschten Thema über die
Suche  innerhalb des deutschen subwebs von SAFER WORLD
Wenn Sie den kostenlosen Newsletter/deutsch abonnieren wollen,  senden Sie eine email mit 
"subscribe newsletter/deutsch" in der Betreffszeile an info@safer-world.org

Copyright © 1998-2008  SAFER WORLD. Alle Rechte vorbehalten