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5/2000 - Da viele MCS-kranke an Fibromyalgie leiden, und ausserdem MCS-kranke meistens psychiatrisiert werden, hier ein Auszug aus "Der Allgemeinarzt" Nr. 7/2000, damit Sie wissen, wie AllgemeinmedizinerInnen informiert werden. Ein Professor schlaegt seinen Kollegen folgendes diagnostisches Gespräch bei Fibro-myalgie-Patienten vor: Zitat: 1. Zu Beginn des Gespräches eine allgemeine Unterhaltung über das Leben des Patienten führen. 2. Bei der Suche nach psychischen Belastungen nicht das Wort "Psyche" benutzen (besser: Streß, Sorgen, Überforderung). 3. Rechtzeitig erwähnen, daß bei dem Patienten kein Zusammenhang mit belastenden Problemen bestehen muß, daß man aber der Vollständigkeit halber bei der Befunderhebung danach fragen müsse. 4. Frühzeitig im Gespräch zu erkennen geben, daß man nicht an den Beschwerden des Patienten zweifelt. 5. Rechtzeitiges Angebot an den Patienten, daß er sich nicht zu etwaigen Problemen äussern muß (ein "Nein" sagt schon, daß er Probleme hat). 6. Bei entsprechenden Zweifeln erläutern, wie es bei psychischen Belastungen zu allgemeinen und auch zu Beschwerden am Bewegungsapparat kommen kann. 7. Statt mit Fragen nach dem Partner und dem Intimbereich zu beginnen, sollte man zuerst mit weniger verfänglichen Konflikt- möglichkeiten wie Beruf, Nachbarn, Verwandte, Kinder usw.beginnen. 8. Partner zum Gespräch mit dem Patienten möglichst nicht dazu bitten, oder nur, wenn er offensichtlich zur Problemerkennung beitragen kann. 9. Am Ende des Gesprächs auf die Behandlungsmöglichkeiten nicht konkret eingehen (schränkt den Patienten in seiner Entscheidungsfreiheit ein). Allgemeine Hinweise geben (Gesprächstherapie, physikalische Therapieversuche, Problemlösungsversuche, aber möglichst keine Medikamente). 10. Nach dem Gespräch Genehmigung zur Berichterstattung an Ärzte, Psychologen und Therapeuten (wegen deren Mitbehandlung) einholen. 11. Kein Gespräch unter Zeitdruck. Eine Dreiviertelstunde bis eine Stunde (ohne Störung) vorsehen. 12. Nach dem Gespräch noch ein weiteres anbieten, um dem Patienten nochmals Zeit zu geben, alles zu überdenken. Zitat Ende. Kommentar von SAFER WORLD: Ich wuensche allen Kranken, dass sie das Ziel solch eines "diagnostischen Gespraechs" schnell erkennen.
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