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Kurzer
Kommentar zu den letzten Sätzen der "Zusammenfassenden Einschätzung"
der Kurzfassung. (Zitate sind kursiv gedruckt)
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Eis
et al.: Dem Beitrag von Umweltchemikalien an der Auslösung des
MCS-Syndroms kommt aber eine eher untergeordnete Rolle zu, typische
Ursache-Wirkungsbeziehungen konnten nicht aufgezeigt werden.
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Scherrmann: Ich habe den Eindruck, um genau diesen Satz als Ergebnis präsentieren zu können, wurden die Studien angelegt, wie sie angelegt wurden, denn wenn
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nur oberflächlich nach Schadstoffen,
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vor allem nach psychischen Krankheiten, und
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die MCS-Kranken nicht nach ihren speziellen Erfahrungen bzgl. Ursache
Wirkungsbeziehungen gefragt werden,
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können folgerichtig auch keine typischen Ursache-Wirkungsbeziehungen erkannt
werden.
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Eis
et al.: Beim MCS-Syndrom stehen nunmehr vor allem klinische/medizinische
Fragestellungen im Vordergrund.
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Scherrmann: Das heisst wohl, dass Fragestellungen nach Schadstoffbelastungen
getrost fallengelassen werden können.
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Eis
et al.: Die gelegentlich in der umweltmedizinischen Praxis zur Diagnostik
von MCS veranlassten molekularbiologischen Untersuchungen auf
Genpolymorphismen bei Enzymen des Fremdstoffmetabolismus und Parametem des
Immunsystems sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sachdienlich.
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Scherrmann: Zu Fabigs Forschungen steht in der Vollfassung (1), die Studie
hätte "methodische Mängel" (Seite 203), ohne dies auch nur mit einem Halbsatz
zu begründen. So muss sich niemand mit dem Ansatz und den Erkenntnissen von
Fabig auseinandersetzen.
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Eis
et al.: Mit Nachdruck weisen wir darauf hin, dass in die
Differentialdiagnostik beim MCS-Syndrom nicht nur somatische, sondern stets
auch psychische Gesundheitsstörungen einzubeziehen sind, damit den Patienten
eine der Diagnose adäquate medizinische Versorgung zuteil werden kann.
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Scherrmann: Dieser letzte Satz der Kurzfassung des Abschlussberichtes ist
meiner Einschätzung nach der wichtigste und folgenschwerste des ganzen
MCS-Projekts. Ich vermute, dass er in Zukunft eine entscheidende Rolle in
medizinischen und nichtmedizinischen Veröffentlichungen spielen wird und somit
das zukünftige Denken und Handeln, nicht nur der MedizinerInnen, Behörden,
Kranken- und Rentenkassen, GutachterInnen, RichterInnen sondern auch der
Medien und der Bürgerinnen und Bürger bestimmen wird.
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Dieser Satz suggeriert, dass MCS und wohl auch andere Schadstoffinduzierte
Krankheiten (SIKs) normalerweise keine organische sondern eine psychische
Krankheit sind.
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Ich
vermute zudem, dass dieser Satz in Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird,
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dass psychosomatische und psychiatrischen Fachbereiche es nicht als
erforderlich ansehen, sich fundierte Kenntnisse über die Auswirkungen von
Neurotoxinen (wie Pestizide, Schwermetalle) zu erarbeiten und
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dass weiterhin Felhdiagnosen und Fehltherapien an Menschen mit MCS und auch
mit SIKs den Normalfall bilden.
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So
kann alles beim alten bleiben. Es darf weiterhin verdrängt werden,
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dass Schadstoffe auch in so genannten Niedrigdosen krank machen können
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dass eine Vielzahl unserer modernen Krankheiten in Zusammenhang mit
Schadstoffen stehen
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dass unsere Gene durch Schadstoffe auch in so genannten Niedrigdosen
irreparabel geschädigt werden können und
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dass diese Genschädigungen eine Vielzahl von Geburtsschäden und Krankheiten
der kommenden Generationen nach sich ziehen werden.
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So
kann auch die vorherrschende Grenzwertpolitik unangefochten weiterverfolgt
werden.
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Ich
finde, dass mit diesem Papier die Weichen für den Umgang mit MCS von
offizieller Seite aus für die nächsten Jahre gestellt sind, ob es uns gefällt
oder nicht.
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Ich
finde, Kranke mit MCS und ihre ÄrztInnen können dieses Papier nicht ignorieren
und müssen sich in Zukunft sehr genau überlegen, an welcher Stelle sie den
Begriff "MCS" verwenden, an welcher Stelle sie auf den Begriff "MCS"
verzichten und andere Begriffe (wie z. B. die Beschreibung der Symptome)
verwenden, um die oben angeführte "adäquate" Behandlung zu vermeiden.
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Nach
meiner Einschätzung ist es unumgänglich, zukünftige Strategien sowohl von
Seiten der PatientInnen als auch von Seiten ihrer ÄrztInnen sorgfältig zu
überdenken.