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Mai 2001: Von Independent Swiss/German Tox-Doc-Information: Bezeichungen / Nomenklatur / Sensibilität und Sensitivität und Intoleranz ... Zum Thema "Differenzierung zwischen verschiedenen Arten von Sensitivität haben WIR in der (deutschen) Schulmedizin wesentlich mehr zu bieten. Fast alle Krankheiten sind komplexe Gesundheitsstörungen, chronische Krankheiten ohnehin. Alles was uns betrifft, ist komplex, Komplexität ist unser Schicksal. Allein schon der Schreck eines unvermittelten Tunnelbrandes im Fernsehen durch-wühlt unser gesamtes Nervensystem. Unser Dilemma ist: daß wir die Sicht aufs Ganze jener Komplexität dieser Welt, von der wir leben, verloren haben. Komplexe Systeme sind mühsam zu erkennen, zu verstehen und auf-zuschließen. Besonders verhängnisvoll war und ist hierbei das Eingreifen in komplexe Vorgänge, ohne diese je zugleich auch hinlänglich, angemessen und zutreffend zu verstehen. Die Quittungen in Gesellschaft, Soziologie, Technik, Wissenschaft, Biologie und Medizin waren und sind katastrophal. **** Vulnerabilität: Die (deutschen) Bezeichnungen bezüglich MCS bis BSE im Spiegel der medizinischen Nomenklatur Anaphylaxie: (Portier u. Richet 1902) akute allergische Allgemeinreaktion als »Typ I« der Immunreaktion. Eine humorale Allergie vom Soforttyp. Wird als aktive zytotrope A. vermittelt durch Reagine (IgE), die - anläßlich der Sensibilisierung (z.B.MCS-Syndrom) - als zytophile Antikörper die Oberfläche ihrer Zielzellen (Mast-, Endothelzellen, basophile Granulozyten, Thrombo-, Retikulohistiozyten) durch Bindung an deren Fc-Rezeptor besetzten (passive Zellsensibilisierung), so daß es bei erneutem Kontakt - u. Brückenbildung - mit dem Allergen Komplement-unabhängig zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion kommt mit Freisetzung von Mediatoren (Histamin, H-Substanzen; auch PAF, Leukotriene, Prostaglandine) u. zur Auslösung funktioneller u./oder morphologischer Störungen, u. zwar - je nach Art der Allergenzufuhr - in bestimmten Organen (= lokalisierte A.; s.a. Prausnitz*-Küstner* Reaktion, Arthus* Phänomen) oder aber generalisiert (u. mit artunterschiedlicher Betonung der einzelnen Erscheinungen): gesteigerte Gefäßwandpermeabilität (mit Ödembildung; Urticaria, Glottisödem), Verkrampfung der glatten Muskulatur (z.B. Bronchospasmus, Darmkoliken), Steigerung der Drüsensekretion (z.B. Rhinitis), Störungen der Blutgerinnung u. des Herzrhythmus, Kreislaufversagen (= anaphylaktischer - eventuell letaler - Schock; im Gegensatz zu letzterem werden die anderen klin. Erscheinungen als Schockfragmente bezeichnet, wobei ein bestimmtes Organ jeweils als Schockorgan im Vordergrund steht). Engl.: anaphylaxis. Weiteres Formen: A., inverse A., lokale A., maskierte A., passive Atopie: erhebliche (z.T. an das HLA-System gekoppelte) Überempfindlichkeit mit Neigung zu erhöhter Bildung von Immunglobulinen der Klasse E (IgE) gegen zahlreiche Chemikalien der Umwelt. Klinische Manifestation: endogenes bzw. atopisches Ekzem (Ekzema atopicum), allergisches Asthma bronchiale, Rhinitis u. Conjunctivitis allergica, Urtikaria. (gr. atopia Ungewöhnlichkeit, Seltsamkeit) f: (engl.) atopy; zusammenfassende Bez. f. die auf einer erworbenen Prädisposition beruhenden klin. Manifestationen der Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp (Typ I der Allergie*), v.·a. atopisches Ekzem*, allergische Konjunktivitis, Rhinitis* allergica, exogen-allergisches Asthma* bronchiale, allergische Enteritis, oft auch die akute Form der Urtikaria*; Vork. bei 10-15% der Bevölkerung. Idiosynkrasie: "Spontan"-Allergie bzw. Überempfindlichkeit ohne nachweisbare vorausgegangene Sensibilisierung. Idiosynkrasie ist ein Zustandsbild, bei dem die Nebenwirkung anlässlich der ersten Exposition bzw. Anwendung einer Chemikalie nicht erwartet wurde; heutzutage eine häufige Erscheinung.. Intoleranz / Pseudo-allergie: Biolog: die Unverträglichkeit (vgl. Inkompatibilität) gegenüber physikalischen und v.a. (flüchtigen) chemischen Substanzen, z.B. Duftstoff-Intoleranz, Biozid-Intoleranz u.s.w. engl.: intolerance. (lat. intolerantia Ungeduld, Unwille) f: 1. (immun.) Bez. f. immun-tox. bedingte Haut- u. Schleimhautreaktionen (z.·B. Konjunktivitis, Rhinitis, Asthma bronchiale, Urtikaria), die klin. allergischen Reaktionen ähneln; als patho-physiol. Grundlagen werden Komplementaktivierung, Störungen im Stoffwechsel der Arachidonsäure* bzw. gesteigerte Labilität der Mastzell- u. Basophilenmembran vermutet; 2. (biol.) Unverträglichkeit; vgl. Allergie, Reaktion, anaphylaktoide. INKOMPATIBILITÄT: (In-; Kompatibilität) f: (engl.) incompatibility; Unverträglichkeit; 1. (serol.) Unver-träglichkeit v. transfundiertem Blut bzw. Blutbestandteilen od. eines Transplantats wegen vorh. Anti-körper gegen fremde Alloantigene bzw. Histokompatibilitätsantigene beim Empfänger; 2. (immun-tox.) Un-ver-träglich-keit, z.B. gleichzeitig od. als Gemisch verabreichter pharmazeut.Chemikalien, die miteinander (chem. od. physik.) reagieren (Komplex- od. Salzbildung u.·a.) u. dadurch toxisch od. immun-tox. wirken; vgl. Interaktion. Intoxikation: Hauptsymptome: Ödeme oder Exsikkation, Dyspnoe, blaugraue Hautfarbe, Bewußtseinsverlust, Säureatmung, Krämpfe, Proteinurie, u.U. Organversagen. Beispiel: toxic amblyopia: toxischer Sehnervenschaden: klin. Bild wie bei Retrobulbärneuritis (s. Neuritis Nervi optici); Ätiol.: z.B.: Alkohol- u. Nicotinabusus, Intoxikation mit Methanol, Salizylaten, Blei-Benzin u.v.a.m.. Protein-Denaturierung u.a.m. Hypoxie: (Hyp-; Ox-) f: (engl.) hypoxia; Herabsetzung des Sauerstoffgehalts im Gesamtorganismus od. best. Körperregionen; Einteilung/Ätiol.: 1. hypoxämische H.: Erniedrigung des art. Sauerstoffpartialdrucks inf. respiratorischer Insuffi-zienz od. Aufenthalt in großen Höhen; 2. anämische H.: Herabsetzung der O2-Transportkapazität des Bluts durch Verminderung des Hämoglobingehaltes (Anämie) od. durch Beeinträchtigung des O2-Bindungsvermögens (z.·B. Kohlenmonoxidvergiftung); 3. ischämische od. zirkulatorische H. (sog. tox. Stagnationshypoxie): Beeinträchtigung der Gewebeperfusion inf. von Herzinsuffizienz, Blutgefäßverschluß u.·a.; 4. zytotoxische H.: Blockierung der Zellatmung durch Gifte (Cyanid, Pentachlorphenol); Sympt.: Angst u. Unruhe, Dyspnoe, Zyanose, Tachykardie, Blutdruckanstieg, Verwirrtheit, u.·U. Bradykardie, Herzstillstand. »Hypoxie-Empfindlichkeit« (PETRI 1953) Urtikaria: (lat. urtica Brennessel) f: (engl.) urticaria; sog.Nesselsucht, Quaddelsucht; flüchtige, stark juckende, schub-weise aufschießende (exanthematische) Quaddeleruption, die sich ringförmig, lasig, großflächig, flächenhaft teigig darstellen kann; häufig in Komb. mit einem Angioödem; Ätiol./Path.: durch Freisetzung von Histamin u. ähnl. Substanzen kommt es zu Erweiterung der postkapillären Venolen u. erhöhter Durch-lässigkeit der Kapillaren m. daraus resultierendem Ödem. Die Histaminfreisetzung aus den Mastzellen wird durch physik. Einflüsse (sog. physikalische U.), allergische Mechanismen (IgE-vermittelter anaphylaktischer Reaktionstyp der Allergie*) sowie durch andere nichtallerg. Einflüsse (sog. Intoleranz-Phänomene z.·B. gegenüber z.B. Acetylsalicylsäure u. anderen Medikamenten, Farb- und Duftstoffen, Kosmetika und zahllosen Chemikalien der Um- und Arbeitswelt) ausgelöst. Bei massiver U. besteht Schockgefahr! Ther.: Beseitigung der Ursachen; symptomatisch allenfalls Antihistaminika. Oft länger als 6·Wo. anhaltende Urtikaria mit intermittierendem od. kontinuierlichem Verlauf; Urs.: Chemikalien; auch physik. Urs. (s. Urtikaria, physikalische) od. Intoleranz-reaktionen auf Arzneimittel (z.·B. Acetylsalicylsäure) od. Nahrungsmittelzusatzstoffe (z.·B. Tartrazin, Benzoesäure), evtl. auch auf tox. veränderte körpereigene Hormone. (lat. vasculum kleines Gefäß; -itis) f: (engl.) urticaria vasculitis: Variante der Vasculitis allergica mit über Tage bestehenbleibenden Quaddeln, Fieber, Arthralgien, beschleunigte BKS u. Leukozytose; Vork.: idiopathisch od. symptomatisch z.·B. bei TILT-Syndrom, GCI bzw. Lupus erythematodes u.a. tox. Autoimmunkrankheiten. Angioödem: Syn.: Angioödem, rezidivierendes (1882) akute, bis zu 48 Std. dauernde, umschriebene blasse (angioneurot.-ödematöse) Hautschwellung (Subkutis) ohne Juckreiz, v.a. im Gesichtsbereich, evtl. unter - z.T. lebensbedrohl. - Mitbeteiligung von Schleimhäuten u. Submukosa in Mund (s. ), Rachen, Kehlkopf u. Gastrointestinaltrakt (einschl. Gallenwegen). Ursache: lokale allergische (evtl. auch pseudoallerg.) Sofortreaktion auf exogene (v.a. toxische oder arzneimittel-toxische) u. (tox.verurs.)endogene Reize; bei nicht nachweisbarer Ursache als idiopathisch (= häufig übersehene "Naturheilmittel" wie AlkaloidTerpene) bezeichnet. Der Hydrops articulorum intermittens gilt als Äquivalent. Quincke's edema; angioneurotic e. syn.angioneurotisches Ödem, Quincke-Ödem; schmerzhafte, mehrere Tage anhaltende subkutane Schwellung von Haut u. Schleimhaut; Formen: 1. A. bei Urtikaria: bei ca. 50% der Pat. mit Urtikaria plötzlich auftretende Schwellung, häufig im Gesicht; 2. sog hereditäres A.: seltene autosomal-dominant erworb. gynäkotrope Erkr. durch Mangel eines C1-Esteraseinhibitors (C1-INH; s. Komplement) od. Bildung eines defekten C1-INH; rezidiv., häufig durch tox.Expositionen ausgelöste akute Anfälle mit Schwellungen v.·a. im Gesicht u. an den Extremitäten, Kopfschmerz, Übelkeit u. Erbrechen; Erstickungsgefahr bei Larynxödem. Aequilibrium: (lat. aequilibrium Gleichgewicht) n: Störung des Gleichgewichts, unstabiler (intermittierender) Zustand - Symptomatik mit (transitorisch) Müdigkeit u. hypoxischer Bewußtseinsstörung, Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Pulsbeschleunigung, passagerem Blutdruckanstieg u.evtl. cerebralen Krampfan-fäl-len etc. Ursache: Hyperosmolarität der Gehirnzellen mit osmotisch bedingtem Hirn-ödem - verursacht u.a. durch ubiquitäre multiple chronischen Intoxikationen (Indoor- + Outdoor-Pollution / SpurenSchadstoffe). Hyperreaktivität: Eine das Normalmaß übersteigende Reizbeantwortung mit unterschiedlichem Pathomechanismus. Individuell Reaktion. Toxizität: Vorhersehbare, dosisabhängige Giftwirkung bei nicht immunologischem, in der Regel bekanntem Pathomechanismus. Nicht individuell. Tritt z. B. bei Arzneimittelüberdosierung auf. Intoleranz: Individuelle Reaktion im Sinne einer pharmakologischen Toxizität infolge Überempfindlichkeit bereits bei normaler Dosierung. Individuelle Reaktion, Pathomechanismus weitgehend unbekannt. Idiosynkrasie: Nicht-immunologische, nicht-toxische Überempfindlichkeit bei normaler Dosierung. Teilweise genetisch derterminierte, auf einem Metabolismusdefekt beruhende individuelle abnorme Reaktion. Allergie: Individuelle, genetisch determinierte krankmachende immunologische Überempfindlichkeit infolge einer Änderung der spezifischen Immunitätslage. Exogene Auslösung (Allergene) bei weitgehend bekanntem, zumeist IgE-abhängigem Pathomechanismus. Pseudoallergie: Individuelle, nicht-immunologische Überempfindlichkeit mit allerdings Allergie-ähnlicher Symptomatik. Pathomechanismus weitgehend unbekannt. Der Begriff wird häufig mit Intoleranz gleichgesetzt. Hyperreflektorisch: Auf einer nervalen Dysregulation beruhende Untergruppe der Hyperreaktivität. "Supersensibilität" (bezüg.Effekte im Nervensystem), "Intoleranz" (bezügl. Chemi--kalien, Medikamenten, Drogen), "Hyperreaktivität" (bezüglich Reaktionen des vasomotorischen Apparates), "Neuro-allergie" (bezügl. Reaktionen im Zentralnervensystem), "Hyperreagibilität" (bezügl.Reaktionen der Lunge), "Hyper-IgE-Syndrom" (bezügl. Allergie), "Hypersensitivitätsreaktion" (bezügl.Nierenreaktionen), "Hyperreaktivität" (der Thrombozyten),. "Hyperergie" (Empfindlichkeit), "Super-antigen" (wirkt stärker antigen), u.s.w. sind alles Bezeichnungen aus (Lehrbüchern) der traditionellen Schulmedizin. Die Bezeichnung Super-Allergie ist ebenfalls sehr aussagekräftig. © Schwinger-Tschanz 2001, Independent Swiss/German, Tox-Doc-Information
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