SAFER WORLD is a private independent international internet information network www.safer-world.org

 

40-11.01.2003

 

 

Suche

Home International

home English

home deutsch

Home
Nach oben
 

contact: info@safer-world.org

 
 
KURZINFOS
Korrelation: Jugendkriminalität und Umweltverschmutzung
US-Forscher sehen Zusammenhang mit Bleivergiftung
Pittsburgh (pte, 8. Jan 2003 08:05) - Forscher der Universität von
Pennsylvania in Pittsburgh http://www.pitt.edu haben in einer Studie eine
Korrelation zwischen der Umweltverschmutzung und der Jugendkriminalität
hergestellt. Untersucht wurden Jugendliche, die straffällig geworden sind
und bei denen extrem hohe Bleiwerte in den Knochen gefunden wurde, berichtet
BBC-Online http://news.bbc.co.uk  .
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=030108002
Kommentar Scherrmann: Die Studie ist von Prof. Landrigan et al., der u.a.
das, auch in deutsch erschienene Buch "Umweltgifte: So schuetzen Sie Ihr
Kind" verfasst hat.
Mich interessiert bei dieser Meldung ganz besonders: in welchen Medien
(speziell Printmedien) wurde diese Information veroeffentlicht und in
welchen nicht. Falls Sie an anderer Stelle etwas darueber lesen, waere ich
dankbar, wenn Sie mir dies kurz zumailen.
---
 
Experten einigen sich bei ADHS auf Behandlungsstandards
Psychosoziale Maßnahmen haben Vorrang bei der Behandlung von Kindern mit
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
BERLIN (rv/cl). Die medikamentöse Behandlung von Kindern mit
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) soll künftig nur noch
das allerletzte Mittel sein - dann nämlich, wenn psychoedukative
und -soziale Maßnahmen keine ausreichende Wirkung entfaltet haben. Darauf
haben sich Verbandsvertreter von Kinder- und Jugendmedizin- und -psychiatrie
in Konsensgesprächen mit dem Bundesgesundheitsministerium verständigt.
http://www.aerztezeitung.de  
Kommentar Scherrmann: Mit keinem Wort werden Neurotoxine als moegliche
Ursache erwaehnt.
---
 
Bestrahlte Lebensmittel: Giftige Substanz entdeckt
http://www.netdoktor.de/nachrichten/newsitem.asp?y=2003&m=1&d=9&id=91470
---
 
Golfkrieg: Unfruchtbar durch Repellenzien und Pyridostigmin?
DURHAM. Das Repellens DEET und das Insektizid Permethrin sollten die
US-Soldaten im Golfkrieg vor Malariamücken schützen. Pyridostigminbromid
nahmen die Soldaten vorsorglich ...
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=11301
Kommentar Scherrmann: Wen wunderts? Schon seit vielen Jahren liegen auch
Erkenntnisse über andere organische und genetische Schaedigungen von
DEET und Pyridostigminbromid vor.
---
 
Öko-Test": Körperlotionen oft gesundheitsschädlich
http://www.netdoktor.de/nachrichten/newsitem.asp?y=2003&m=1&d=4&id=91283
---
 
Patienten wünschen mehr Mitspracherecht
Brüssel (ots) - Patienten möchten mehr mitentscheiden. So lautet das
Fazit einer internationalen Konferenz, "The Future Patient
Conference", in Brüssel. Dort diskutierten am 14. und 15. November Vertreter
von Patientenorganisationen, Ärzte, Politiker, sowie
Repräsentanten aus Industrie und Forschung die Rolle des Patienten innerhalb
seiner gesundheitlichen Versorgung.
"Die Einstellung von Ärzten zu ihren Patienten ist immer noch zu
paternalistisch." So interpretiert Professor Angela Coulter vom
britischen Picker Institut die Forschungsergebnisse einer europäischen
Studie.
ots Originaltext: MSD SHARP & DOHME GMBH, Digitale Pressemappe:
http://presseportal.de URL steht nicht mehr zur Verfuegung. /story.htx?firmaid=6603
 
===================================================
 
ELEKTRO-MAGNETISCHE STRAHLUNG
Weltgesundheitsorganisation WHO wird definitiv epidemiologische Studien bei
Anwohnern von Mobilfunksendern durchführen
Quelle: Aktueller Newsletter der Bioelectromagnetics Society (BEMS)
Großer Druck der Bürgerinitativen weltweit hat zu einem Sinneswandel der
Weltgesundheitsorganisation WHO geführt. Nachdem im derzeit laufenden WHO-Interphone-Projekt
(Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen der Nutzung eines Mobiltelefons und dem
Auftreten von Gehirntumoren) in allen Veröffentlichungen und Pressemitteilungen nur
die Rede von Untersuchungen bei Handynutzern war, Anwohner von Mobilfunksendern aber
außen vorblieben, unterstützt die WHO jetzt auch endlich epidemiologische Studien
bei Anwohnern von Mobilfunk-Basisstationen, wie es sie mitterweile vieltausendfach in
Deutschland und vielen anderen Ländern gibt. Außerdem wird die Befolgung des
Vorsorgeprinzips gefordert. Ausführlicher Artikel:
http://www.elektrosmognews.de/news/whoepidemiobasisstationen.html
 
===================================================
 
Meine Rede beim 1. Fachdialog zu MCS in Wien. (14. 11. 2002), veranstaltet
vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und
Wasserwirtschaft, von Seibersdorf Research, und mit Unterstützung der AGU
(AerztInnen für eine gesunde Umwelt)
Hier die Kurzfassung.
Die ppt (powerpoint-presentation als pdf-datei mit 329
KB), den Vortrag und/oder diese Kurzfassung als 4-seitige Word-datei
unter http://www.safer-world.org/d/Scherrmann/skript/skript.htm
---
Multiple Chemical Sensitivity (MCS):
Herausforderungen für Patient, Medizin, Politik und Gesellschaft
 
Mein Lern- und Genesungsprozess
Seit 8 Jahren beschäftige ich mich mit Zusammenhängen zwischen Umwelt und
Gesundheit bzw. Schadstoffen (Chemikalien, Lärm, elektro-magnetische,
radioaktive und andere Strahlungen) und Krankheiten (z. B. Allergie,
Asthma, Krebs, MS, MCS, Parkinson, Vaskulitis).
In Nordamerika wird schon viel länger als in Europa über MCS geforscht und
diskutiert. Auch wenn von der wissenschaftlichen Seite her - wie bei vielen
anderen Krankheiten auch - noch manches ungeklärt ist, gibt es dort
pragmatische Ansätze, damit MCS-Kranke besser leben können. So gibt es z. B.
duftstofffreie Zonen in Kindergärten, Schulen, Unis, Krankenhäuser,
Behörden, Kirchen, Hotels, Restaurants, Städten. Es gibt Canary-Clubs, denn
der Kanarienvogel ist ein Synonym für MCS-Kranke. Kanarienvögel wurden in
Bergwerken als Frühwarnsystem zur Erkennung von Grubengas eingesetzt und
retteten somit das Leben der Grubenarbeiter.
Das Buch "A Canary’s Tale, The Final Battle" von Jacob B. Berkson war für
meinen eigenen Lern- und Genesungsprozess von entscheidender Bedeutung. Im
Gegensatz zu Jacob Berkson und den meisten MCS-Kranken weltweit musste ich
keine unnützen, teuren und noch mehr krankmachenden Umwege gehen, wurde ich
nicht, aufgrund der fast ausweglosen Situation, depressiv und hatte kein
Gerichtsverfahren. Ich profitierte von Jacob Berksons großem Engagement als
Whistleblower.
Meine eigene MCS-Erkrankung ist weitgehend typisch, was die Vielzahl der
Symptome und die Vielzahl der Auslöser betrifft. Vor 6-9 Jahren ging es mir
so schlecht, dass mir einige Ärzte nur noch wenig Überlebens-Chancen
prophezeiten. Da ich meine Schadstoffbelastung extrem minimieren konnte, bin
ich heute meist symptomfrei, so die Rahmenbedingungen stimmen.
Die Voraussetzung dazu waren 2 hervorragende Hausärzte, die mir in all den
Jahren Hilfestellungen gaben.
Im Einzelnen bedeutete meine Therapie vor allem
- umfangreiche Einarbeitung in die Thematik "Umwelt und Gesundheit,"
- viel Detektivarbeit (Protokolle), um die Auslöser zu eruieren,
- Lernen von Vermeidungsstrategien,
- Vertrauen in die Reaktionen des eigenen Körpers,
- keine Experimente (weder im Bereich der Schul- noch im Bereich der
  Alternativmedizin),
- schadstoffarme Umgebung, häufiger Aufenthalt in Reinluftgebieten (Meer)
- viel Bewegung im Freien, viel Schlaf
- viel Trinken, bewusste, histaminarme Ernährung (kbA)
- spezielle Atemtechnik
- Selbstdisziplin, Kreativität, Geduld
- ein lernwilliges, rücksichtsvolles soziales Umfeld, das mitprofitiert
 
MCS in Europa
Andere MCS-Kranke in Europa haben meistens weniger gute Chancen. Über MCS
wird zwar in Europa vermehrt diskutiert, aber die Erfahrungen und das Wissen
sowohl von PatientInnen als auch von ÄrztInnen, die MCS-PatientInnen
behandeln, werden meist nicht mit einbezogen.
Häufige ärztliche Fehldiagnosen, im Regelfall als psycho-somatische oder
psychische Krankheit, bilden die Basis für Therapien und das juristische und
behördliche Vorgehen bei Renten-, BG-, Schadensersatz- und anderen
Verfahren. Die Folgen sind Fehltherapien, gesundheitliche Verschlechterung,
Verlust des Arbeitsplatzes, finanzieller Ruin, soziale Isolation und nicht
selten Suizid und Tod.
Wenn dies nicht einfach hingenommen werden soll, brauchen alle MCS-Kranken
bessere Rahmenbedingungen. Dazu gehört vor allem eine schadstoffärmere
Umgebung, Diese ist nicht nur für MCS-Kranke, sondern auch für alle anderen
Kranken und die Noch-Gesunden von grösster Wichtigkeit.
Eine schadstoffärmere Umwelt zu schaffen ist nicht einfach und eine riesige
Herausforderung für alle Bereiche unserer Gesellschaft, die nur gemeinsam
und nur mit intensivsten Anstrengungen gelingen kann. Da bei MCS-Kranken die
Zusammenhänge zwischen Belastung und Symptom oft besonders deutlich sind,
könnten die Erkenntnisse über MCS eine Art Schlüsselposition einnehmen,
damit sich Umweltbewusstsein weiterentwickelt und in umweltbewusstes
Handeln transformiert wird.
 
I Herausforderungen für den Patient bzw. die Patientin
Durch mein internationales Netzwerk weiss ich, dass nur diejenigen, die die
Möglichkeiten haben, ähnlich wie ich mit der Krankheit umgehen zu können,
gute Chance haben, nicht nur zu überleben, sondern auch Lebensqualität
zurückzugewinnen. Nur der Ansatz: Konsequente Vermeidungsstrategien als
Therapieform führt zu einer Besserung. Mein Therapieweg lässt sich somit vom
Einzelfall mehr oder weniger verallgemeinern und auf andere MCS-Kranke
übertragen. Voraussetzung für diese Therapieform sind Haus- und Fachärzte
mit fundiertem Wissen über schadstoffinduzierte Erkrankungen und deren
Erscheinungsbilder. Dies muss einhergehen mit der Bereitschaft und der
Möglichkeit der PatientInnen, vieles in ihrem Leben zu verändern.
Im täglichen Leben stellt sich für die Patientinnen und Patienten vor allem
häufig die Frage, wie Auslöser vermieden werden können:
Manche Schadstoffe zu meiden, ist relativ einfach. Es hat sich bewährt - und
es ist nicht unmöglich, dies zu realisieren - im privaten Umfeld generell
auf Parfüm, synthetische Duftstoffe in Wasch-, Putzmitteln und Kosmetika,
auf Weichspüler, natürliche Duftöle, Desinfektions- und Lösungsmittel, Rauch
(von Zigaretten, Kamin, Kerzen, Weihrauch), elektromagnetische Strahlung
(DECT-Tel., ...) und Lärm zu verzichten.
Bei vielen Produkten (z. B. Möbeln, Teppichen, Kleidung, Nahrung,
Zahnersatz) ist meistens viel Zeitaufwand erforderlich, um ein
schadstoffarmes Produkt ausfindig zu machen. Doch glücklicherweise hat sich
in den letzten Jahren der Markt so entwickelt, dass in immer mehr
europäischen Ländern immer mehr schadstoffarme Produkte angeboten werden.
Weniger leicht zu meiden sind Innenraum-Belastungen durch Bausubstanz in der
eigenen Wohnung und Belastungen unterschiedlichster Art am Arbeitsplatz und
in der Freizeit.
Fast nicht zu vermeiden sind Außenluft-Belastungen durch Verkehr, Pestizide,
Gülle, Ozon, Emissionen von Industrieanlagen, Flugverkehr, MVAs, Deponien,
militärischen Altlasten, und Strahlen-Belastungen durch AKWs, Funktürme,
Radaranlagen etc.. Selbst durch einen Umzug sind sie nur sehr bedingt
vermeidbar.
In der öffentlichen Diskussion stehen meist einige wenige Schadstoffe
(Zigarettenrauch, Kohlendioxid, Radioaktivität, ...) im Vordergrund, während
die Diskussion über die Wirkungen anderer Schadstoffe eine untergeordnete
Rolle spielt. Insbesondere ist noch wenig Kenntnis vorhanden, wie stark
schädigend manche Produkte des täglichen Gebrauchs sein können. Weltweit
machen MCS-Kranke die Erfahrung, dass gerade diese Produkte eine
entscheidende Rolle bei der Symptomauslösung spielen. Bei näherer Kenntnis
dieser Substanzen, z. B. in Parfüms, lassen sich die Symptome durchaus -
auch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft - plausibel erklären.
Insgesamt bedeutet dies aber auch, dass im Bereich der Produkte des
täglichen Bedarfs nicht nur ein großes Potential an Lösungsmöglichkeit
sondern auch ein großes zukünftiges Marktpotential liegt.
 
II Herausforderungen an die Medizin und die ihr angegliederten
Wissenschaften
Richtige Diagnose: schadstoffinduzierte Krankheit
Ohne die Forderung der Medizin nach einer Reduktion krankmachender
Substanzen, auch derjenigen in Innenräumen, wird die Gesamtbelastung in
Luft, Wasser, Böden weiter steigen. Diese Forderung wird aber nur als
dringlich angesehen, wenn bei schadstoffinduzierten Krankheiten die richtige
Diagnose gestellt wird (z. B. MCS, TILT-Vaskulitis, Immundefekt,
Intoleranzen) und das Problem "Krankheit durch Schadstoffe" nicht mehr durch
falsche Diagnosen (somatoformes Schmerz-Symptom, Psychose, Ökophobie, Fixe
Idee, Angstsyndrom, ...) von der generellen Ebene auf die individuelle
(psychische) Ebene verschoben wird. Das Meiden von Schadstoffen und somit
umweltbewusstes Handeln darf nicht als Angstsyndrom fehlinterpretiert
werden, denn Wissen, Vertrauen in die Reaktionen des eigenen Körpers und
Vermeidungsstrategien sind kein Merkmal von Angst. Angst entsteht vielmehr
durch mangelnde Aufklärung, mangelndes Wissen, mangelnde
Handlungsmöglichkeiten, mangelnde Hilfestellungen, Verharmlosung,
Hilflosigkeit und falsche Diagnosen.
 
Therapie: konsequente Vermeidungsstrategien
Aus der richtigen Diagnose ergibt sich der folgerichtige Therapieansatz
"konsequente Vermeidungsstrategien". Dies bedeutet vor allem "Hilfe zur
Selbsthilfe" zu leisten und erfordert Bereitschaft, Wissen, Umdenken, Mut
und Energie von Seiten der Medizin. Fast alle herkömmlichen
Therapiemaßnahmen der Schulmedizin (vor allem der Psychotherapie und
Psychiatrie), der Alternativmedizin und von Heilerinnen und Heilern aller
Art sind meist teuer, ineffektiv und verschlimmern die Krankheit.
 
Forschung
Für die Forschung besteht zunächst die Herausforderung darin, nicht nur die
Dosis sondern auch weitere Parameter (z. B. Applikationsweg,
Einwirkungsdauer, Halbwertszeiten von Substanzen, Vulnerabilität einzelner
Personen, Synergien) in die Überlegungen bzgl. schadstoffinduzierter
Krankheiten mit einzubeziehen und den längst fälligen Paradigmenwechsel
vorzunehmen, nämlich, dass auch Belastungen in den von der Arbeitsmedizin
definierten Niedrigdosen krank machen können und dass die meisten unserer
modernen Krankheiten in Zusammenhang mit Schadstoffen stehen.
Um das neue Paradigma zu untermauern, ist es nicht notwendig, MCS-Kranke zu
Forschungs-zwecken Expositionskammern, Provokationstests, Psychopharmaka und
anderen Medikamenten auszusetzen.
Nach Albert Donnay, MCS Referral & Resources gibt es von 1945 bis 2002 ca.
700 Veröffentlichungen zu MCS. Davon beschreiben ca. 400 MCS als organische
Krankheit. Diese 400 und die unzählig vielen Veröffentlichungen, die sich
mit Zusammenhängen zwischen Schadstoffen und Krankheiten beschäftigen, sind
offensichtlich bei den AutorInnen, die MCS als psychiatrische Krankheit
beschreiben und außerdem in vielen anderen Bereichen der medizinischen
Forschung wenig bekannt.
Wenn wir Prävention in einem umfassenden Sinn ernst nehmen, muss dieses
Wissen bekannter werden und es müssen neue Forschungsschwerpunkte gesetzt
werden. (z. B. Auswirkungen von bestimmten Substanzen und Substanzgruppen,
Synergien, Auswirkungen inhalativer Belastungen in Innenräumen, Auswirkungen
von Neurotoxinen auf Konzentrations-, IQ-Minderung, Aggressionszunahme und
auf die Entstehung von Suchtverhalten, schadstoffinduzierte Ursachen anderer
Krankheiten, MCS-Forschung, Präventions-Medizin). Die dadurch gewonnen
Erkenntnisse kommen nicht nur den MCS-Kranken sondern allen Kranken und
allen Noch-Gesunden zugute.
 
III Herausforderungen für die Politik
Um eine effektive Prävention zu verwirklichen, ist die engagierte Mitwirkung
der Politik unabdingbar. Sie muss sich vom "3-Affen-Verhalten" (nichts
sehen, nichts hören, nichts sagen und auch nichts riechen) verabschieden.
Denn wenn wir die momentane Entwicklung nicht stoppen, d. h. wenn die
Prävention weiterhin eine relativ geringe Rolle spielt, dann wird es in
Zukunft immer weniger Gesunde und immer mehr Kranke geben. Außerdem wird die
Kostensteigerung des Gesundheitswesens durch Krankheits-Kosten und
Krankheits-Folge-Kosten durch Fehldiagnosen und Fehltherapien
schadstoffinduzierter Krankheiten nicht mehr zu bezahlen sein.
Nur wenn der Prävention in Zukunft eine weitaus größere Bedeutung
beigemessen wird, wenn die neuen Erkenntnisse in allen Bereichen der Politik
ihren Niederschlag finden und sich alle intensiv bemühen, dass eine
generelle Schadstoffreduktion erreicht wird, lässt sich der aktuelle
negative Trend umkehren. Der Schlüssel dazu ist eine breit angelegte
Aufklärung über die Zusammenhänge zwischen Schadstoffen und Krankheiten.
Dass trotz der fast ausweglosen Situation die Politik das Leben von
MCS-Kranken entscheidend verbessern kann, haben 8 Gouverneure in den USA
demonstriert. (siehe Anhang)
 
IV Herausforderungen für alle Bereiche in unserer Gesellschaft
Handeln ist nicht nur von der Politik sondern von allen Bürgerinnen und
Bürgern gefordert, denn nach Berkson gilt :"MCS kann jeden treffen.
Niemand kann sicher sein, nicht der Autor, nicht der Leser, niemand. Der
MCS-Kranke ist wie der Kanarienvogel in der Kohlenmiene. Er warnt die
Menschen vor der Vergiftung ihrer Umgebung und fordert zum Handeln auf ...
Handeln Sie, nicht nur für uns, sondern für sich selber, für Ihre eigenen
Kinder und für die zukünftigen Generationen. Tun Sie etwas, bevor es zu spät
ist. Nichts ist wichtiger."
MCS ist also nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance,
Zusammenhänge zu erkennen und neue dringend notwendige Handlungsstrategien
zu entwickeln. Die Voraussetzung für Handeln ist ein generelles Umdenken in
der Wahrnehmung der vielfältigen gesundheitlichen Auswirkungen von
Schadstoffbelastungen.
Die Verwirklichung einer schadstoffärmeren und somit gesünderen Umwelt ist
nur zu leisten, wenn das Umweltbewusstein weitere Parameter miteinbezieht,
wenn Umweltbewusstsein in umweltbewusstes Handeln transferiert wird und
Umweltschutz auch als Menschenschutz verstanden wird.
Hemmende Verhaltensweisen dabei sind u. a. Angst, Abhängigkeit,
Bequemlichkeit, Frustration, Gleichgültigkeit, Ignoranz, Profitgier, Resignation,
Rücksichtslosigkeit, Verdrängung.
Fördernde Verhaltensweisen sind u. a. Courage, Empathie, Logik,
Realitätssinn, Verantwortungsbewusstsein, Unabhängigkeit.
 
In einer gesünderen Umwelt gibt es mehr Lebensqualität nicht nur für
MCS-Kranke, sondern auch für alle Kranken und alle Gesunden. MCS ist somit
nicht nur eine Herausforderung sondern auch eine Chance für alle Kranken und
alle Gesunden in allen Bereichen unserer modernen Gesellschaft.
 
===================================================
 
JOHN G. ROWLAND, Gouverneur
Offizielle Erklärung
zur MCS-Aufklärungs-Woche vom 11. - 17. Mai 1998 im USA-Staat Connecticut
IN ANBETRACHT DESSEN, daß Menschen jeden Lebensalters in Connecticut und in
der ganzen Welt von einer Krankheit betroffen sind, die als Multiple
Chemical Sensitivity (MCS) bekannt wurde, verursacht durch eine einmalige
massive Exposition (Belastung) oder durch ständig wiederholte
Niedrigdosisexpositionen gegenüber toxischen Chemikalien oder anderen
Schädigungen aus der Umwelt; und
IN ANBETRACHT DESSEN, daß die Krankheitssymtome von MCS nicht beschränkt
sind auf chronische Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Hautausschläge,
Asthma, Gedächtnisverlust, Kopfschmerzen und andere respiratorische wie
neurologische gesundheitliche Probleme; und
IN ANBETRACHT DESSEN, daß MCS ein chronisches Leiden ist, für das es keine
Heilung gibt; und
IN ANBETRACHT DESSEN, daß MCS große finanzielle, berufliche, gesundheitliche
und soziale Folgen sowie Wohnungsprobleme für die durch MCS
schwerbehinderten Menschen verursacht; und
IN ANBETRACHT DESSEN, daß MCS in den USA anerkannt wird vom Amt für
Behinderungen, von den Bundes-Sozialversicherungsbehörden, dem
US-Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsministerium, der US-Umwelt-Behörde
(EPA) sowie von weiteren US-Staats- und Bundesbehörden, die sich der
Gesundheitsfürsorge der durch Chemikalien Geschädigten angenommen haben; und
IN ANBETRACHT DESSEN, daß angemessene Unterbringung, Information über und
die Aner-kennung von MCS , für Menschen mit dieser Behinderung neue
Möglichkeiten eröffnen für Beruf, Weiterbildung und Zugang zu öffentlichen
oder anderen Einrichtungen, wo sie auch weiterhin ihre Sachkenntnis, ihre
Vorstellungen, ihre Kreativität, ihre Fähigkeiten und Ihr Wissen einbringen
können; und
IN ANBETRACHT DESSEN, daß Bürger/innen mit MCS die Unterstützung und das
Verständnis der gesamten Familie, von Freunden, Kollegen und Mitarbeitern
und der gesamten Gesellschaft benötigen, während sie mit ihrer Krankheit
kämpfen und einen neuen Lebensstil finden müssen; und
IN ANBETRACHT DESSEN, daß die Gesundheit der gesamten Bevölkerung gefährdet
ist durch toxische Belastungen, die zu Krankheiten führen, was verhindert
werden könnte durch Verminderung oder Vermeidung von Chemikalien in Luft,
Wasser und Nahrung, sowohl in Innen- wie in Außenräumen,
erkläre ich, John G. Rowland, Gouverneur des Staates von Connecticut,
DESHALB - zur Unterstützung des wachsenden Verständnisses, der Information
und der Erforschung von Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prävention von
MCS - offiziell die Woche vom 11. - 17. Mai 1998 zur
MCS - AUFKLÄRUNGS - WOCHE im Staate Connecticut.
John G. Rowland Gouverneur
----
Die Gouverneure von North Carolina, Minnesota, Missouri, New Mexico,
Kentucky und Washington haben fast gleichlautende MCS-Proklamationen
veröffentlicht.
 
Die neuesten Infos finden Sie meist in den newslettern.
Am raschestens finden Sie Informationen zu einem von Ihnen gewuenschten Thema über die
Suche  innerhalb des deutschen subwebs von SAFER WORLD
Wenn Sie den kostenlosen Newsletter/deutsch abonnieren wollen,  senden Sie eine email mit 
"subscribe newsletter/deutsch" in der Betreffszeile an info@safer-world.org

Copyright © 1998-2010  SAFER WORLD. Alle Rechte vorbehalten