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56-23.08.2003
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17. 08.2003:
Klinik-Schock: Viele Tote durch Arzneien
12.08.2003:
Parkinson: Erkrankungen werden zunehmen
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POLITIK - BEHOERDEN
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BfR Bundesinstitut fuer Risikobewertung
13.08.2003:
Aufnahme von Weichmachern möglicherweise
deutlich höher als vermutet
Weichmacher
halten Kunststoffprodukte geschmeidig. Sie werden in so vielen Bereichen des
täglichen Lebens verwendet, dass man von einem "ubiquitären" Vorkommen spricht.
Entsprechend häufig kommt der Verbraucher mit den Substanzen in Kontakt. Zu den
am häufigsten verwendeten Weichmachern gehört Diethylhexylphthalat, kurz DEHP.
Die Substanz gilt im Hinblick auf ihre Gesundheitsgefährlichkeit als "gut
untersucht". Eine umfassende Risikobewertung wird derzeit im Rahmen des
europäischen Chemikalien-Altstoffprogramms vorgenommen. Trotz der schädlichen
Wirkungen, die DEHP auslösen kann, werden danach weitergehende
risikominimierende Maßnahmen nur für Kinder, nicht aber für erwachsene
Verbraucher für erforderlich gehalten. Begründet wird dies damit, dass sich die
geschätzte tägliche Aufnahmemenge an DEHP innerhalb der tolerierbaren Dosis
bewegt. Dieser Einschätzung hat das BfR jetzt widersprochen und stützt sich
dabei auf neue Untersuchungsergebnisse der Universität Erlangen. Danach ist die
tägliche DEHP-Aufnahme möglicherweise deutlich höher als bisher angenommen.
Wichtige und bislang offenbar unterschätzte Quelle könnten Lebensmittel sein.
Das BfR hat das Europäische Chemikalienbüro (ECB) auf die neuen
Studienergebnisse hingewiesen und insbesondere im Hinblick auf die
fortpflanzungsschädigende Wirkung von DEHP um Revision der Bewertung gebeten.
Nach Meinung des Instituts könnte sich daraus eine neue Einschätzung des Risikos
mit entsprechenden Auswirkungen auf die Notwendigkeit expositionsvermindernder
Maßnahmen ergeben.
DEHP gehört
zur Gruppe der Phthalate. Seine akute Giftigkeit ist gering; die Substanz ist
nicht als erbgutschädigend eingestuft. Dosisabhängig kann DEHP aber schädliche
Wirkungen auf Hoden, Niere und Leber haben. So beeinträchtigt die Substanz im
Tierversuch die Fortpflanzungsfähigkeit und führt zu Entwicklungsstörungen an
den Geschlechtsorganen männlicher Nachkommen. DEHP wird bei der Herstellung
einer Vielzahl von Kunststoffprodukten, vor allem PVC-Materialien, eingesetzt.
Die Substanz findet sich zum Beispiel in Automobilteilen (Verkleidungen,
Armaturen), Bekleidung, Spielzeug, Lebensmittelverpackungen, Kosmetika und
Medizinprodukten (Dialyseschläuche). Aufgrund seiner physikalischen
Eigenschaften kann sich DEHP beim Kontakt mit Flüssigkeiten oder Fetten aus
Kunststoffen lösen bzw. ausgasen und damit direkt an den Verbraucher gelangen
oder in die Innenraumluft übergehen. Die über Atemluft, Haut und Blut
durchschnittlich täglich aufgenommene Menge an DEHP beziffert der europäische
Altstoffbericht mit 12 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (µg/kg
KG/Tag). Dieser Wert liegt deutlich unter der vom Wissenschaftlichen
Lebensmittelausschuss der EU festgelegten tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge
von 50 µg/kg KG/Tag, bei der keine Gesundheitsschäden zu erwarten sind. Bei der
Bewertung der Verbraucherexposition für den Altstoffbericht blieb der
Lebensmittelpfad allerdings unberücksichtigt.
Darauf,
dass dies zu einer nennenswerten Unterschätzung der tatsächlichen Aufnahmemenge
geführt haben könnte, deuten nun Studienergebnisse der Universität Erlangen hin.
Dort wurden Urinproben von 85 Teilnehmern auf die Gehalte an DEHP-Abbauprodukten
untersucht und daraus eine Aufnahmemenge errechnet, die für einen Teil der
Probanden deutlich über der des Altstoff-Berichts liegt. Bei fünf Prozent der
Teilnehmer betrug sie über 52,1 µg/kg KG/Tag. Als Quelle vermuten die Autoren
der Studie Lebensmittel, die mit DEHP belastet sind. Weil DEHP zu 50 - 70
Prozent im Magen-Darm-Trakt resorbiert wird, könnte dieser Belastungspfad
erheblich zur DEHP-Aufnahme beitragen. Das Institut hält es für erforderlich,
die wichtigsten Quellen der Belastung zu identifizieren und die Exposition zu
verringern.
Das
Bundesinstitut für Risikobewertung hat das Europäische Chemikalienbüro auf die
Ergebnisse der Studie hingewiesen und um Revision der laufenden Risikobewertung
gebeten. Da DEHP nicht nur der Weichmacher mit dem größten Produktionsvolumen,
sondern möglicherweise auch der mit der stärksten fortpflanzungsschädigenden
Wirkung ist, könnten sich daraus eine neue Einschätzung des Risikos und damit
die Notwendigkeit für Minimierungsmaßnahmen ergeben. Nationale
Anwendungsbeschränkungen für DEHP im Lebensmittelbereich existieren derzeit nur
im Rahmen der Kunststoffempfehlungen des BfR. Das Institut hat außerdem
empfohlen, Phthalate nicht in Kinderspielzeug zu verwenden.
Weitere
Informationen zu DEHP finden Sie auf unserer Homepage (www.bfr.bund.de
) unter dem Menupunkt "Lebensmittel" (Lebensmittelsicherheit/Rückstände und
Kontaminanten).
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Ziel der Plattform ist es, den Stand des Wissens
bei der Erkundung, Untersuchung,
Bewertung, Sanierung und Ueberwachung von schadstoffbelasteten Boeden und
Grundwasser - konzentriert und gut strukturiert - bereitzustellen. Das Angebot
richtet sich nach den speziellen Beduerfnissen der Nutzergruppen in
Wissenschaft, Industrie und Verwaltung.
Die Europaeische Kommission will mit diesem
Projekt die Ergebnisse aus den europaeischen und nationalen Forschungsprogrammen
effektiv verbreiten.
In der Startphase wird EUGRIS vorerst relevante
Links, den aktuellen Diskussionsstand europaeischer und nationaler Umweltpolitik
und neue Erkenntnisse aus den betreffenden Forschungsprogrammen anbieten.
EUGRIS wird in der Endfassung - in einer
systemeigenen Metadatenbank - auch Kommentare, Zusammenfassungen und
weiterfuehrende Hinweise ueber Art und Inhalt der selektierten Quellen
bereitstellen. Der Zugang erfolgt dann ueber eine Themenmatrix. Das erleichtert
die effektive Suche nach frei waehlbaren Kriterien, wie zum Beispiel nach
Schadstoffen, Techniken oder laenderspezifischen Daten.
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Berlin, den
11.08.2003
Nachwuchs unter die Lupe
genommen
Wie hoch sind unsere Kinder mit
Schadstoffen aus der Umwelt belastet?
Dieser Frage geht das Umweltbundesamt
(UBA) mit der Studie zur Umweltbelastung von Kindern in Deutschland nach. Die
derzeit verfuegbaren Daten ueber gesundheitsbezogene Umweltbelastungen bei
Kindern sind unzureichend und lassen keine bundesweit vergleichbaren Aussagen
zu. Um diese Informationsluecke zu schließen, werden in einem Zeitraum von drei
Jahren an 150 Orten in ganz Deutschland 1.800 Kinder im Alter von 3 bis 14
Jahren untersucht.
Thematische
Schwerpunkte der Studie - kurz auch „Kinder-Umwelt-Survey“ genannt - sind die
Erfassung:
·
der koerperlichen Schadstoffbelastung (Human-Biomonitoring),
·
der Belastungen in Wohnraeumen und des haeuslichen Trinkwassers (Innenraum-Monitoring),
·
umweltbedingter Allergien und Reizungen sowie
·
der Laermbelastung, der Hoerfaehigkeit und von Stress.
Wesentlicher Bestandteil der Untersuchung ist ein Hausbesuch, bei dem
Trinkwasser- und Hausstaubproben entnommen werden. Ferner werden die Qualitaet
der Innenraumluft untersucht und der Laermpegel vor dem Fenster des
Kinderschlafzimmers gemessen. In einem Interview geben die Eltern und die Kinder
ab acht Jahren Auskunft unter anderem zum Musik-Hoerverhalten, zum Verzehr
bestimmter Nahrungsmittel, zum Tragen von Schmuck und Lederbekleidung, zur
Anwendung von Haushalts- und Bioprodukten sowie zur Tabakrauch-Belastung.
Zusaetzlich unterziehen sich die Kinder einem Hoertest sowie einer Blutentnahme
und geben eine Urinprobe ab. Die Eltern erhalten die Ergebnisse des Hoertests
und der aufwaendigen chemischen Analysen zusammen mit einer umweltmedizinischen
Beurteilung.
Nachdem
2002 die einjaehrige Pilotphase erfolgreich abgeschlossen wurde, startete nun
die Hauptphase des Surveys, der an den bundesweiten Kinder-und
Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts (RKI) angekoppelt ist. Ziel
des Kinder-Umwelt-Surveys ist es, eine verlaessliche Datenbasis zu schaffen, um
kuenftig die Umweltbelastungen bei Kindern weiter zu mindern und damit die
Gesundheit der nachwachsenden Generation zu foerdern. Die ermittelten Daten zu
Umwelt und Gesundheit dieser Bevoelkerungsgruppe werden miteinander verknuepft,
was bisher nicht der Fall war. Die Studien werden aus Geldern des
Bundesumweltministeriums, des Bundesgesundheitsministeriums und des
Bundesministeriums fuer Bildung und Forschung sowie aus Geldern des RKI und des
UBA finanziert.
Weitere Informationen
zum Kinder-Umwelt-Survey gibt es im Internet unter der Adresse
http://www.umweltbundesamt.de/survey/index.htm
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