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56-23.08.2003

 

 

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KURZINFO

 22.08.2003 Berufsbedingter Umgang mit Pestiziden erhöht möglicherweise Risiko für Prostatakrebs LONDON. Für Personen, die durch ihren Beruf regelmäßig mit großen Mengen an Pestiziden in Kontakt kommen, besteht wahrscheinlich ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Prostatakrebs. … URL steht nicht mehr zur Verfuegung.

 Rauchende Eltern: Kinder leiden http://www.netdoktor.de/nachrichten/newsitem.asp?y=2003&m=8&d=23&id=102021

 Jede vierte Weintraube pestizidverseucht / Greenpeace-Report belegt: Supermärkte bieten belastetes Obst und Gemüse an  Hamburg (ots) - 22. 8. 2003 - Rund ein Viertel der Trauben in den großen Supermarktketten erreicht oder überschreitet nach Untersuchungen von Greenpeace die Grenzwerte für Pestizid-Rückstände. In 23 von 26 Traubenproben befinden sich Reste von Pestiziden, in rund der Hälfte lassen sich vier oder mehr Spritzmittel nachweisen, in einem Fall sogar acht. Das ist eines der Analyse-Ergebnisse von mehreren Obst- und Gemüsesorten, die das EinkaufsNetz, die Greenpeace-Verbraucherorganisation, bei den Handelsgruppen Lidl, Metro, Rewe, Aldi, Edeka, Tengelmann und Karstadt-Quelle gekauft hat. Der heute veröffentlichte Report über die von März bis August untersuchten insgesamt 100 Stichproben belegt, dass Produkte in Supermärkten häufig die Grenzwerte für Pestizide überschreiten.   http://www.presseportal.de/

17. 08.2003:  Klinik-Schock: Viele Tote durch Arzneien http://www.netdoktor.de/nachrichten/newsitem.asp?y=2003&m=8&d=18&id=101695

 15.08.2003, Weidetiere haben gesünderes Fleisch / Mehr wertvolle Fettsäuren  bei biologischer Haltung http://www.presseportal.de/story.htx?nr=472350

12.08.2003:  Parkinson: Erkrankungen werden zunehmen http://www.netdoktor.de/nachrichten/newsitem.asp?y=2003&m=8&d=14&id=101586

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POLITIK - BEHOERDEN

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BfR Bundesinstitut fuer Risikobewertung

13.08.2003: Aufnahme von Weichmachern möglicherweise deutlich höher als vermutet

BfR hält Überprüfung der laufenden Risikobewertung zu DEHP auf europäischer Ebene für erforderlich

Weichmacher halten Kunststoffprodukte geschmeidig. Sie werden in so vielen Bereichen des täglichen Lebens verwendet, dass man von einem "ubiquitären" Vorkommen spricht. Entsprechend häufig kommt der Verbraucher mit den Substanzen in Kontakt. Zu den am häufigsten verwendeten Weichmachern gehört Diethylhexylphthalat, kurz DEHP. Die Substanz gilt im Hinblick auf ihre Gesundheitsgefährlichkeit als "gut untersucht". Eine umfassende Risikobewertung wird derzeit im Rahmen des europäischen Chemikalien-Altstoffprogramms vorgenommen. Trotz der schädlichen Wirkungen, die DEHP auslösen kann, werden danach weitergehende risikominimierende Maßnahmen nur für Kinder, nicht aber für erwachsene Verbraucher für erforderlich gehalten. Begründet wird dies damit, dass sich die geschätzte tägliche Aufnahmemenge an DEHP innerhalb der tolerierbaren Dosis bewegt. Dieser Einschätzung hat das BfR jetzt widersprochen und stützt sich dabei auf neue Untersuchungsergebnisse der Universität Erlangen. Danach ist die tägliche DEHP-Aufnahme möglicherweise deutlich höher als bisher angenommen. Wichtige und bislang offenbar unterschätzte Quelle könnten Lebensmittel sein. Das BfR hat das Europäische Chemikalienbüro (ECB) auf die neuen Studienergebnisse hingewiesen und insbesondere im Hinblick auf die fortpflanzungsschädigende Wirkung von DEHP um Revision der Bewertung gebeten. Nach Meinung des Instituts könnte sich daraus eine neue Einschätzung des Risikos mit entsprechenden Auswirkungen auf die Notwendigkeit expositionsvermindernder Maßnahmen ergeben.

DEHP gehört zur Gruppe der Phthalate. Seine akute Giftigkeit ist gering; die Substanz ist nicht als erbgutschädigend eingestuft. Dosisabhängig kann DEHP aber schädliche Wirkungen auf Hoden, Niere und Leber haben. So beeinträchtigt die Substanz im Tierversuch die Fortpflanzungsfähigkeit und führt zu Entwicklungsstörungen an den Geschlechtsorganen männlicher Nachkommen. DEHP wird bei der Herstellung einer Vielzahl von Kunststoffprodukten, vor allem PVC-Materialien, eingesetzt. Die Substanz findet sich zum Beispiel in Automobilteilen (Verkleidungen, Armaturen), Bekleidung, Spielzeug, Lebensmittelverpackungen, Kosmetika und Medizinprodukten (Dialyseschläuche). Aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften kann sich DEHP beim Kontakt mit Flüssigkeiten oder Fetten aus Kunststoffen lösen bzw. ausgasen und damit direkt an den Verbraucher gelangen oder in die Innenraumluft übergehen. Die über Atemluft, Haut und Blut durchschnittlich täglich aufgenommene Menge an DEHP beziffert der europäische Altstoffbericht mit 12 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag (µg/kg KG/Tag). Dieser Wert liegt deutlich unter der vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU festgelegten tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge von 50 µg/kg KG/Tag, bei der keine Gesundheitsschäden zu erwarten sind. Bei der Bewertung der Verbraucherexposition für den Altstoffbericht blieb der Lebensmittelpfad allerdings unberücksichtigt.

Darauf, dass dies zu einer nennenswerten Unterschätzung der tatsächlichen Aufnahmemenge geführt haben könnte, deuten nun Studienergebnisse der Universität Erlangen hin. Dort wurden Urinproben von 85 Teilnehmern auf die Gehalte an DEHP-Abbauprodukten untersucht und daraus eine Aufnahmemenge errechnet, die für einen Teil der Probanden deutlich über der des Altstoff-Berichts liegt. Bei fünf Prozent der Teilnehmer betrug sie über 52,1 µg/kg KG/Tag. Als Quelle vermuten die Autoren der Studie Lebensmittel, die mit DEHP belastet sind. Weil DEHP zu 50 - 70 Prozent im Magen-Darm-Trakt resorbiert wird, könnte dieser Belastungspfad erheblich zur DEHP-Aufnahme beitragen. Das Institut hält es für erforderlich, die wichtigsten Quellen der Belastung zu identifizieren und die Exposition zu verringern.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat das Europäische Chemikalienbüro auf die Ergebnisse der Studie hingewiesen und um Revision der laufenden Risikobewertung gebeten. Da DEHP nicht nur der Weichmacher mit dem größten Produktionsvolumen, sondern möglicherweise auch der mit der stärksten fortpflanzungsschädigenden Wirkung ist, könnten sich daraus eine neue Einschätzung des Risikos und damit die Notwendigkeit für Minimierungsmaßnahmen ergeben. Nationale Anwendungsbeschränkungen für DEHP im Lebensmittelbereich existieren derzeit nur im Rahmen der Kunststoffempfehlungen des BfR. Das Institut hat außerdem empfohlen, Phthalate nicht in Kinderspielzeug zu verwenden.

Weitere Informationen zu DEHP finden Sie auf unserer Homepage (www.bfr.bund.de ) unter dem Menupunkt "Lebensmittel" (Lebensmittelsicherheit/Rückstände und Kontaminanten).

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UBA – UMWELTBUNDESAMT

 22.08.2003: Neues Internetportal zu kontaminierten Boeden und Grundwasser
Europaeisches Informationssystem „EUGRIS“ ab sofort online verfuegbar
Unter dem Namen EUGRIS startet eine neue europaeische Informationsplattform fuer die Themenbereiche „kontaminierter Boeden“ und „Grundwasser“. Die Abkuerzung EUGRIS steht fuer European Information System Soil and Groundwater. Das Online-Angebot wird mit Mitteln aus dem
5. Forschungsrahmenprogramm der Europaeischen Kommission gefoerdert und steht im Internet unter der Adresse
 http://www.eugris.org/ zur Verfuegung. Partner aus Daenemark, Frankreich, Großbritannien, Ungarn, Italien und Deutschland sind daran beteiligt. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Koordination des Projektes uebernommen.

Ziel der Plattform ist es, den Stand des Wissens bei der Erkundung, Untersuchung,  Bewertung, Sanierung und Ueberwachung von schadstoffbelasteten Boeden und Grundwasser - konzentriert und gut strukturiert - bereitzustellen. Das Angebot richtet sich nach den speziellen Beduerfnissen der Nutzergruppen in Wissenschaft, Industrie und Verwaltung.

Die Europaeische Kommission will mit diesem Projekt die Ergebnisse aus den europaeischen und nationalen Forschungsprogrammen effektiv verbreiten.

In der Startphase wird EUGRIS vorerst relevante Links, den aktuellen Diskussionsstand europaeischer und nationaler Umweltpolitik und neue Erkenntnisse aus den betreffenden Forschungsprogrammen anbieten.

EUGRIS wird in der Endfassung - in einer systemeigenen Metadatenbank - auch Kommentare, Zusammenfassungen und weiterfuehrende Hinweise ueber Art und Inhalt der selektierten Quellen bereitstellen. Der Zugang erfolgt dann ueber eine Themenmatrix. Das erleichtert die effektive Suche nach frei waehlbaren Kriterien, wie zum Beispiel nach Schadstoffen, Techniken oder laenderspezifischen Daten.

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Berlin, den 11.08.2003

Nachwuchs unter die Lupe genommen. Umweltbundesamt untersucht erstmalig bundesweit die Umweltbelastungen bei Kindern

Wie hoch sind unsere Kinder mit Schadstoffen aus der Umwelt belastet? Dieser Frage geht das Umweltbundesamt (UBA) mit der Studie zur Umweltbelastung von Kindern in Deutschland nach. Die derzeit verfuegbaren Daten ueber gesundheitsbezogene Umweltbelastungen bei Kindern sind unzureichend und lassen keine bundesweit vergleichbaren Aussagen zu. Um diese Informationsluecke zu schließen, werden in einem Zeitraum von drei Jahren an 150 Orten in ganz Deutschland 1.800 Kinder im Alter von 3 bis 14 Jahren untersucht.

Thematische Schwerpunkte der Studie - kurz auch „Kinder-Umwelt-Survey“ genannt - sind die Erfassung:

·       der koerperlichen Schadstoffbelastung (Human-Biomonitoring),

·       der Belastungen in Wohnraeumen und des haeuslichen Trinkwassers (Innenraum-Monitoring),

·       umweltbedingter Allergien und Reizungen sowie

·       der Laermbelastung, der Hoerfaehigkeit und von Stress.

Wesentlicher Bestandteil der Untersuchung ist ein Hausbesuch, bei dem Trinkwasser- und Hausstaubproben entnommen werden. Ferner werden die Qualitaet der Innenraumluft untersucht und der Laermpegel vor dem Fenster des Kinderschlafzimmers gemessen. In einem Interview geben die Eltern und die Kinder ab acht Jahren Auskunft unter anderem zum Musik-Hoerverhalten, zum Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, zum Tragen von Schmuck und Lederbekleidung, zur Anwendung von Haushalts- und Bioprodukten sowie zur Tabakrauch-Belastung. Zusaetzlich unterziehen sich die Kinder einem Hoertest sowie einer Blutentnahme und geben eine Urinprobe ab. Die Eltern erhalten die Ergebnisse des Hoertests und der aufwaendigen chemischen Analysen zusammen mit einer umweltmedizinischen Beurteilung.

Nachdem 2002 die einjaehrige Pilotphase erfolgreich abgeschlossen wurde, startete nun die Hauptphase des Surveys, der an den bundesweiten Kinder-und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts (RKI) angekoppelt ist. Ziel des Kinder-Umwelt-Surveys ist es, eine verlaessliche Datenbasis zu schaffen, um kuenftig die Umweltbelastungen bei Kindern weiter zu mindern und damit die Gesundheit der nachwachsenden Generation zu foerdern. Die ermittelten Daten zu Umwelt und Gesundheit dieser Bevoelkerungsgruppe werden miteinander verknuepft, was bisher nicht der Fall war. Die Studien werden aus Geldern des Bundesumweltministeriums, des Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesministeriums fuer Bildung und Forschung sowie aus Geldern des RKI und des UBA finanziert.

Weitere Informationen zum Kinder-Umwelt-Survey gibt es im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/survey/index.htm 

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