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CHEMIKALIEN - POLITIK - REACH
Von Greenpeace: 08.09.05
Giftcocktail per Nabelschnur / WWF und Greenpeace: Umweltgifte werden
schon im Mutterleib auf Babys übertragen
Hamburg (ots) - Ungeborenes Leben ist bereits einer Vielzahl von Chemikalien
ausgesetzt. Die heute veröffentlichte Studie "A Present
for Life" ("Geschenk fürs Leben") von Worldwide Fund for Nature (WWF) und
Greenpeace belegt, dass Industriechemikalien über die Nabelschnur
direkt in den Körper des ungeborenen Kindes gelangen können. Die in Blutproben
gefundenen Substanzen können für Mutter und Kind
gesundheitsschädlich sein oder die körperliche und geistige Entwicklung des
Kindes beeinträchtigen. Greenpeace und der WWF
fordern, dass durch das neue EU-Chemikaliengesetz REACH gefährliche Chemikalien
duch sichere Alternativen ersetzt werden. Die erste
Lesung des Gesetzestextes für REACH (Registrierung, Evaluierung und
Autorisierung von Chemikalien) soll im November im EU-Parlament
stattfinden.
In Kooperation mit der niederländischen Universität Groningen wurden 42
Mutterblut,- und 27 Nabelschnurblutproben von werdenden
Müttern auf acht Chemikaliengruppen untersucht. Die Proben enthielten unter
anderem bromierte Flammschutzmittel, künstliche
Moschusduftstoffe und das verbotene Pestizid DDT. Die Industriechemikalien
entweichen aus Alltagsprodukten wie Konservendosen, Kleidungsstücken oder
Lebensmittelverpackungen. Auch Plastikspielzeug, beschichtete Pfannen,
Kosmetikartikel und Computer setzen solche Stoffe frei. Über den Hautkontakt,
die Nahrung oder beim Atmen gelangen sie in die menschliche Blutbahn.
"Chemiefirmen wie BASF und Ciba behaupten, dass Chemikalien heute kein
Problem mehr sind", sagt Chemieexpertin Ulrike Kallee von
Greenpeace. "Diese Ergebnisse zeigen hingegen, dass Kinder nicht einmal im
Mutterleib vor Schadstoffen sicher sind. Dabei reagieren
Föten und Neugeborene besonders sensibel auf Schadstoffe".
"Die Reform der EU-Chemiegesetzgebung ist überfällig. Die Schlupflöcher im
derzeitigen Entwurf der Gesetzgebung müssen
geschlossen werden", sagt Karl Wagner, Leiter der Chemiekampagne beimWWF
International. "Nach wie vor wollen zahlreiche Firmen nicht auf
gesundheitsgefährdende Substanzen verzichten. Nur mit gesetzlichen
Maßnahmen können Innovationen in der Chemieindustrie vorangebracht
werden, um Risikostoffe durch sichere Alternativen zu ersetzen."
REACH bietet die Chance, Mensch und Umwelt vor den negativen Auswirkungen
schädlicher Chemikalien zu schützen. Dazu ist es nötig,
die schädlichsten Stoffe zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen. "Ziel
muss es sein, Chemieproduzenten in die Verantwortung zu
nehmen und sie für die Langzeitwirkungen ihrer Produkte haftbar zu machen", so
Kallee.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Ulrike Kallee, Tel. 040-30618-328
oder die Pressesprecher Jörn Ehlers (WWF), Tel. 030-308742-12 und Simone Miller
(Greenpeace), Tel. 040-30618-343. Eine deutsche Zusammenfassung der Studie (3
Seiten) lassen wir Ihnen gerne zukommen. Die ganze Studie
finden Sie im Internet: www.wwf.de
und www.greenpeace.de
Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe:
http://presseportal.de URL steht nicht mehr zur Verfuegung. /story.htx?firmaid=6343
***
08.09.2005
Chemikalienverordnung REACH: Greenpeace-Studie sorgt für neuen Zündstoff
BRUESSEL. Eine von Greenpeace und dem Worldwide Fund for Nature (WWF) gemeinsam
in Auftrag gegebene Studie ergab, dass Umweltgifte bereits im Mutterleib auf
Kinder übertragen werden können. ...
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/letterlink.asp?m=htm&id=14443&md5=acd2c7d3889264afdb70ef63a3187f36
***
Aus: Aktuelles EU-FrauenNews Hiltrud Breyer MdEP Nr. 3/05
REACH: Frauenausschuss macht sich für VerbraucherInnen stark
Der EP-Frauenausschuss hat seinen Bericht zur Reform der
Chemikalienpolitik REACH (Registration, Evaluation and Authorisation of
Chemicals) verabschiedet. Der Ausschuss hat unser Anliegen untermauert, dass der
Schutz von Frauen, ihren Familien und der Umwelt vor giftigen Stoffen zentral
bei der Neuordnung der Chemikalienpolitik sein muss. Von den meisten chemischen
Stoffen, mit denen wir täglich in Berührung kommen, wissen wir nichts über ihre
Wirkungsweise und ihre Gefährlichkeit. Von 95% der vermarkteten Stoffe fehlen
die grundlegendsten Daten. Das EU-Chemikalienrecht hat in punkto
VerbraucherInnen-Schutz bisher versagt und muss deshalb dringend verbessert
werden.
Die Abgeordneten im Frauenausschuss machen sich für folgende Regelungen stark: -
Registrierung aller gefährlichen Substanzen in Erzeugnissen, deren Konzentration
höher ist als 0,1 Prozent. Damit wir Klarheit über und Schutz vor gefährlichen
Substanzen haben, brauchen wir strenge Grenzen, ab denen Stoffe registriert
werden - die EU-Kommission wollte sich in ihrem Entwurf nicht auf solche
eindeutigen Werte festlegen.
- Aufnahme in den Gesetzestext, dass REACH nicht nur die Chance zum Schutz der
Gesundheit der ArbeitnehmerInnen bietet, sondern dass besonders schutzbedürftige
Gruppen, wie beispielsweise schwangere Frauen, Neugeborene oder Kinder,
berücksichtigt werden müssen. Ein sehr positives Ergebnis. Bereits in der
Schwangerschaft chemische Stoffe von der Mutter an den Fötus weitergeben und
können zu Schädigungen führen.
- Verbesserte Möglichkeiten für VerbraucherInnen, sich über schädliche Stoffe zu
informieren und sich davor zu schützen. Denn ChemieproduzentInnen sollen
verpflichtet werden, Informationen über Stoffe in Erzeugnissen zu übermitteln.
Außerdem müssen besonders besorgniserregende Stoffe gekennzeichnet werden.
Allerdings müssen wir GRÜNEN weiter Druck machen, damit dieses positive Ergebnis
in die weiteren Entscheidungen des Parlaments und der Kommission eingeht. Im
Herbst steht im federführenden Umweltausschuss sowie im Binnenmarkt- und im
Industrieausschuss die Abstimmung der jeweiligen REACHBerichte an. Das Parlament
soll im November sein Votum abgeben. Die Kommission wird dann Rat und Parlament
einen geänderten Vorschlag unterbreiten.
-REACH-Bericht:
www.europarl.eu.int/meetdocs/2004_2009/documents/PA/562/562492/562492de.pdf
-Resolution der Frauen aus Naturwissenschaft und Technik für ein starkes REACH:
www.finut05.finut.net
-WECF (Hrsg.): Frauen für eine giftfreie Zukunft, Chemikalien im Alltag.
www.wecf.org
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ELEKTRO-MAGNETISCHE STRAHLUNG
Auszug aus dem mobilfunk_newsletter:
Unterschriftenlisten des Freiburger Appells an WHO übergeben
Bzgl. des Appells liegen die folgenden Zahlen vor:
36.990 Unterschriften aus dem In- und Ausland, davon mehr als 1.000 Ärzte. Diese
Zahl stammt von Fr. Stöcker, die die Unterschriftenlisten der WHO übergeben hat.
Omega siehe hierzu auch „Freiburger Appell“ unter:
http://omega.twoday.net/stories/943294/
***
31.08.2005
Kein Nachgeben bei der Handymastensteuer
An der Handymastensteuer wird nicht gerüttelt. Das hat LH Erwin Pröll (ÖVP) in
der TV-Sendung "NÖ-heute" am Mittwochabend bekräftigt. Er kritisierte auch die
aus seiner Sicht verantwortungslosen Mobilfunk-Manager.
"Ein Kampf mit den Wirtschaftslobbys"
Wirtschaft brauche auch Verantwortung. Die Steuer sieht er als Druckmittel, die
Handybetreiber an diese Verantwortung zu erinnern.
Pröll äußerte scharfe Kritik an aus seiner Sicht verantwortungslosen Managern,
denen die Politik entgegentreten müsse. Deshalb werde es immer mehr ein Kampf
zwischen der Politik und den mächtigen Wirtschaftslobbys, so Pröll. Nicht nur in
Niederösterreich, sondern auf der ganzen Welt, so der Landeshauptmann.
"Neo-Liberalismus ist eingekehrt"
"Und zwar deswegen, weil mittlerweile weltweit ein Neo-Liberalismus eingekehrt
ist, nach dem Motto: Was kostet die Welt, ohne sich dabei zu kümmern, wer auf
der Strecke bleibt", so die Kritik von LH Pröll.
Mit der Steuer betreibe das Land Niederösterreich nachhaltige
Wirtschaftspolitik, so Pröll.
http://noe.orf.at/stories/55099/ (Auszug)
***
Neue Untersuchungen bestätigen Gefahr von Mobilfunk-Strahlung
WIEN. Die Diskussion um den Mobilfunk ist seit gestern um eine Facette reicher:
Nach einer schwedischen Untersuchung warnt auch die Österreichische Ärztekammer
(ÖAK) vor der Mobiltelefonie.
Eine aktuelle Untersuchung aus Schweden, die in zwei Fachmagazinen
veröffentlicht wurde, bestätigt: Das Mobiltelefon zeige auf allen
naturwissenschaftlichen Nachweisebenen Schädigungen der menschlichen
Erbsubstanz. Zu dem gebe es laut der Untersuchung ein erhöhtes Risiko für
gewisse Tumore. Besonders gefährdet sei dabei der Hörnerv. Erstmals wurde jetzt
auch nachgewiesen, dass bösartige Gehirntumore auch nach langjähriger Verwendung
von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen entstehen können.
Mit diesen Studien im Petto folgt jetzt die ÖAK der Empfehlung der Wiener
Ärztekammer, zu mehr Sorgfalt mit mobilen Kommunikationsmitteln vor allem für
Kinder. "Es geht wie bei vielen Umwelt- und Lebensstilfaktoren auch bei
elektromagnetischen Feldern und Strahlungen um die Dosis. Und die kumuliert im
Laufe der Jahre, wie die aktuellen Studien zeigen. Kinder sollten Funktelefone
deshalb grundsätzlich nicht verwenden", sagt der Referent für Umweltmedizin in
der ÖAK, Gerd Oberfeld.
Die heimischen Mobilfunker wehrten sich gestern vehement gegen die
Warnung: Es handle sich dabei um "ein weiteres Scharmützel im unreflektierten
Feldzug der Österreichischen Ärztekammer gegen mobile Funktechnologien", so die
Kritik des Forum Mobilfunk (FMK).
http://www.nachrichten.at/lokal/382808?PHPSESSID=2ff9b0847a15ac3b83582e65d1ed6f0d
dazu auch:
http://omega.twoday.net/stories/944702/
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GENMODIFIZIERTES SAATGUT - POLITIK
Offener Brief – Position der CDU zur Agro-Gentechnik
Unterzeichner: siehe unten
An die CDU-Vorsitzende Frau Dr. Angela Merkel
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Sehr geehrte Frau Merkel,
mit großem Interesse verfolgen wir Ihr lebhaftes Engagement, Deutschlands
Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die christliche Werteorientierung Ihrer Partei
bietet wichtige Ansätze für einen umweltbewussten Fortschrittsbegriff. Gerade
deswegen stellen sich uns in Bezug auf die Position der CDU zur Gentechnik in
der Landwirtschaft einige Fragen.
Für uns ist von entscheidender Bedeutung, dass der Einsatz der Agro-Gentechnik
eine mittelständische konventionelle und ökologische Landwirtschaft auch
langfristig nicht gefährdet. Denn diese bildet eine unverzichtbare stützende
Säule im ländlichen Raum, und die Mehrheit der Landwirte sieht ihre
wirtschaftliche Zukunft nur dann gesichert, wenn eine gentechnikfreie Produktion
weiterhin möglich bleibt.
Mit Sorge und Unverständnis haben wir deshalb in den letzten Wochen
Ankündigungen Ihrer Partei verfolgt, wesentliche Prinzipien des bereits in Kraft
getretenen ersten Teils des Gentechnikgesetzes wieder auszuhebeln. Wir
befürchten, dass die CDU sich nicht für die Interessen der Landwirte und
Verbraucher einsetzen wird, die weiterhin ohne Gentechnik produzieren und essen
wollen, und Naturschutzbelange einfach ignoriert. Wir befürchten, dass die CDU
ihre Mehrheit nutzt, um
- die Koexistenz einer Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik unmöglich zu
machen,
- die Wahlfreiheit der Verbraucherinnen und Verbraucher, die beinhaltet, sich
auch in Zukunft noch für garantiert gentechnikfreie Lebensmittel
entscheiden zu können, abzuschaffen und
- Mindestkriterien zum Schutz der Natur systematisch zu unterlaufen.
Ihre Partei hat angekündigt,
- das Standortregister unbrauchbar zu machen. Bisher gilt: Wer
wissen will, ob in seiner Gemeinde oder Gemarkung gentechnisch veränderte
Pflanzen angebaut werden sollen, kann dies drei Monate vor Anbaubeginn über ein
im Internet abrufbares Standortregister in Erfahrung bringen. Diesen freien
Zugang will die Union versperren. Sie will, dass Flächen, auf denen
gentechnische veränderte Pflanzen wachsen sollen, erst drei Wochen vor der
Aussaat im Netz stehen. Nur noch Landwirte, Imker, Grundstückseigner und
Naturschutzverwaltungen sollen nach erheblichem bürokratischen Aufwand
Informationen darüber erhalten, ob der Anbau in ihrer unmittelbaren
Nachbarschaft stattfindet. Auch die Größe der Anbauflächen soll geheim bleiben
und allein im nicht öffentlich zugänglichen Teil des Registers verzeichnet
werden.
Wir fragen Sie: Bleibt die CDU dabei? Will sie die Flächen, auf
denen gentechnisch veränderte Pflanzen ausgesät werden, zum Insiderwissen
machen? Will sie Landwirten, die weiterhin ohne Gentechnik arbeiten wollen,
keine Chance einräumen, sich gegen gentechnische Verunreinigungen zu schützen?
Will sie es Landwirten unmöglich machen, sich mit ihren Nachbarn auf Anbaupläne
zu verständigen? Will sie es Naturschutzverbänden
unmöglich machen, potentielle Risiken durch den Anbau gentechnisch veränderter
Pflanzen in Schutzgebieten zu verfolgen? Will sie vor der Öffentlichkeit
verbergen, wie groß die Fläche ist, auf der in Deutschland gentechnisch
veränderte Pflanzen wachsen?
- Kontamination vor Koexistenz zu stellen. Bisher gilt: Wenn
sich herausgestellt hat, dass für bestimmte Kulturen eine Koexistenz von
gentechnisch veränderten mit konventionell und biologisch angebauten Pflanzen
unmöglich ist, muss der Anbau der gentechnisch veränderten Pflanzen abgebrochen
werden. Dieses in § 1 Nr. 2 festgeschriebene Koexistenzziel des Gesetzes will
die CDU streichen. Sie will den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auch
dann noch zulassen, wenn sich längst herausgestellt hat, dass eine Vermischung
von Produkten mit und ohne Gentechnik von
der Ausnahme zur Regel geworden ist.
Wir fragen Sie: Bleibt die CDU dabei? Will die CDU die
Interessen der wenigen, die auf eine neue Produktionsweise setzen, über die
Interessen der vielen stellen, die keinerlei Anlass sehen, ihre bisherige
Produktionsweise aufzugeben? Will sie zulassen, dass eine kleine Gruppe von
Landwirten,
die das Problem gentechnischer Verunreinigungen nicht in den Griff bekommt, die
Absatzmärkte ihrer Berufskollegen gefährdet und den Wettbewerbsvorteil der
deutschen Landwirtschaft insgesamt aufs Spiel setzt, die heute die weltweite
Nachfrage nach gentechnikfreien Produkten bedienen kann? Will die CDU die
Wahlfreiheit der Verbraucher und Verbraucherinnen darauf beschränken, sich
künftig allein zwischen mehr oder weniger gentechnisch verunreinigten Produkten
entscheiden zu können? Will die CDU mit der Aussaat von nicht koexistenzfähigen
Pflanzen wie Raps
oder Sonnenblumen eine Kontamination der gesamten Landschaft in Kauf nehmen?
- die Gesamtschuldnerische Haftung zugunsten eines nicht definierten
„Ausgleichsfonds“ abzuschaffen. Bisher gilt: Wenn sich nicht zuordnen
lässt, wer die gentechnische Verunreinigung der Ernte seines Nachbarn verursacht
hat, greift die gesamtschuldnerische Haftung. Damit kann jeder Landwirt, der
gentechnisch veränderte Pflanzen anbaut, in einem bestimmten Umkreis für
ökonomische Schäden bei gentechnikfrei wirtschaftenden Betrieben zur
Rechenschaft gezogen werden. Die CDU favorisiert eine andere Lösung: Sie will
alle Landwirte, die die – bisher nirgends festgelegte – „Gute Fachliche Praxis“
des Gentech-Anbaus eingehalten haben, von der Haftung befreien. Ansprüche der
Nachbarn auf finanzielle Entschädigung für durch gentechnische Verunreinigungen
erlittene ökonomische Schäden sollen durch einen Ausgleichsfonds bestritten
werden. Dabei lässt die Union offen, wer diesen finanzieren soll.
Wir fragen Sie: Bleibt die CDU dabei? Wann legt sie dar, wer
den Ausgleichsfonds speisen soll? Will die CDU die Hersteller transgenen
Saatguts zur Einzahlung in den Fonds verpflichten? Wie will sie das tun? Diese
haben wiederholt betont, sich daran keinesfalls zu beteiligen, und eine
gesetzliche
Handhabe, sie dazu zu verpflichten, gibt es nicht. Will die CDU die Landwirte,
die Gentech-Pflanzen anbauen, zur Einzahlung in den Fonds verpflichten? Wie will
sie das tun? Landwirte finden kein Versicherungsunternehmen, das das finanzielle
Risiko des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen abdeckt. Will die CDU die
Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zur Einzahlung in den Fonds verpflichten? Es
wäre geradezu absurd, Verbraucher und Landwirte, die die Agro-Gentechnik
ablehnen, einer Gentech-Steuer zu unterwerfen! Oder will die CDU die
gesamtschuldnerische Haftung streichen, ohne einen seriös finanzierten
Ausgleichsfonds vorzulegen? Will die CDU, dass Landwirte in Deutschland im Falle
einer gentechnischen Verunreinigung ihrer Ernten keinerlei Entschädigung
erhalten? Will die CDU, dass Landwirte, die durch die Unverkäuflichkeit ihrer
gentechnisch verunreinigten Ernten Abnehmer und Absatzmärkte verlieren und
keinen finanziellen Ausgleich erhalten, ihre Betriebe schließen müssen?
- die Verunreinigung von Nachbargrundstücken durch
Freisetzungsexperimente zu legalisieren und ungenehmigte gentechnisch veränderte
Organismen (GVO) für die Verwendung als Lebensund Futtermittel freizugeben.
Bisher gilt: In der EU dürfen ungenehmigte gentechnisch veränderte Organismen (GVO)
nicht einmal in kleinsten Spuren in Verkehr gebracht werden, d.h. in die Lebens
und Futtermittelkette gelangen. Ernten von Landwirten, in die Auskreuzungen aus
Freisetzungsexperimenten gelangt sind, müssen vernichtet und die Landwirte
entschädigt werden. Die CDU will
diese Nulltoleranz aufheben und durchsetzen, dass ungenehmigte GVO in Verkehr
gebracht werden dürfen.
Wir fragen Sie: Bleibt die CDU dabei? Will die CDU zum Verstoß
gegen geltendes EU-Recht aufrufen? Will die CDU sich gegen die
Sicherheitsphilosophie des EU-Zulassungsverfahrens stellen, wonach nur
abschließend sicherheitsbewertete GVO in Verkehr gebracht werden dürfen? Will
sich die CDU zugunsten eines gänzlich missverstandenen Fortschrittsbegriffs vom
Prinzip der Verantwortung für Mensch und Umwelt verabschieden und diese bewusst
den Gefahren der Gentechnik aussetzen?
- den Schutz ökologisch sensibler Gebiete und damit das Vorsorgeprinzip
für Natur und Umwelt zu ignorieren. Bisher gilt: Bevor gentechnisch
veränderte Pflanzen in Natura 2000-Gebieten ausgebracht werden dürfen, muss eine
Verträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Die CDU will den
entsprechenden § 34 a des Bundesnaturschutzgesetzes, der dies vorsieht,
ersatzlos streichen.
Wir fragen Sie: Bleibt die CDU dabei? Will die CDU das einzige
– und ohnehin schon schwache – Instrument zum Schutz ökologisch sensibler
Gebiete aufgeben? Will die CDU durchsetzen, dass gentechnisch veränderte
Pflanzen selbst in ökologisch sensiblen Gebieten angebaut werden dürfen, obwohl
die ökologischen Auswirkungen solchen Anbaus überhaupt noch nicht bekannt sind?
Sehr geehrte Frau Merkel, für uns ist nicht nachvollziehbar, warum eine große
Volkspartei mit einem „C“ im Namen so einseitig auf eine Risikotechnologie
setzt. Wir verstehen nicht, warum ein vages und unbelegtes Versprechen auf
Arbeitsplätze Ihre Partei blind macht für die Gefahren einer Technologie, deren
Auswirkungen für Mensch und Umwelt niemand seriös überblicken kann.
Deshalb appellieren wir an Sie: Setzen Sie sich in Ihrer Funktion als
Parteivorsitzende der CDU und Kanzlerkandidatin der Union dafür ein,
- dass Ihre Partei ihre Positionen zur Agro-Gentechnik noch einmal gründlich
überdenkt,
- dass eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auf Dauer
möglich bleibt,
- dass Ihre Partei ihrer Verantwortung gegenüber der Natur und der Mehrheit der
Verbraucher und Landwirte gerecht wird.
Lassen Sie es nicht zu, dass über die Revision des Gentechnikgesetzes einer
schleichenden gentechnischen Verunreinigung konventioneller und biologischer
Ernten sowie von Natur und Landschaft Tür und Tor geöffnet wird!
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Dosch Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Bioland e.V.,
Bundesvorstand Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
e.V. gezeichnet:
Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) e.V.
Bund Ökologische lebensmittelwirtschaft (BÖLW) e.V.
Demeter-Bund e.V.
Gäa – Vereinigung Ökologischer Landbau e.V.
Gen-ethisches Netzwerk (GeN) e.V.
Greenpeace e.V.
IG gentechnikfreie Saatgutarbeit
Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.
Naturschutzbund Deutschland (NABU) e. V.
Ökolologischer Ärztebund e.V.
Zukunftsstiftung Landwirtschaft
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KURZINFO aus unterschiedlichen Quellen
09.09.05
Mehr Aroma aus Sägespänen / Steigende Rohölpreise beeinflussen
Rezepturen der Nahrungsindustrie
Stuttgart (ots) - Die steigende Preise für Rohöl schlagen sich auch in den
Rezepturen für industrielle Lebensmittel nieder. Dies
berichtet der Ernährungsexperte Hans-Ulrich Grimm in einer aktualisierten
Neuausgabe seines Buchklassikers "Die Suppe lügt".
Grimm bezieht sich dabei auf Meldungen aus Industriekreisen. So habe die
norwegische Firma Borregaard, ein Zulieferer für
Geschmacksstoffe, eine Steigerung der Nachfrage um beinahe ein Drittel binnen
eines Jahres verbuchen können. Borregaard ist
Spezialist für Vanille-Aroma, das aus Holz hergestellt wird, und dies ersetze
jetzt zunehmend den sonst gebräuchlichen Rohstoff Erdöl.
Autor Grimm hatte in seinem Buch "Die Suppe lügt" erstmals enthüllt, dass etwa
Erdbeeraroma nicht aus Erdbeeren, sondern zumeist aus
Sägespänen hergestellt wird. Das Buch stand lange auf den Bestsellerlisten,
wurde in mehrere Sprachen übersetzt und erscheint
jetzt in einer überarbeiteten und aktualisierten Neuausgabe.
Originaltext: Klett-Cotta Digitale Pressemappe:
http://presseportal.de URL steht nicht mehr zur Verfuegung. /story.htx?firmaid=8005
07.09.05
Hilfe, es riecht gut! - Duftstoffe sind zweithäufigster Auslöser von
Kontaktallergien
Baierbrunn (ots) - Duftstoffe sind nach Nickel der zweithäufigste Auslöser von
Kontaktallergien. Allein in Deutschland geht man von einer Million Betroffenen
aus. Seit März dieses Jahres besteht für 26 Duftstoffe eine
Kennzeichnungspflicht. "Allergiker können sich daran orientieren", sagt
Professor Dr. Axel Schnuch, Leiter des Informationsverbundes Dermatologischer
Kliniken und Hautarzt an der Universität Göttingen, im Apothekenmagazin
"BABY&Familie". Manche dieser Düfte besitzen nur geringes Allergiepotential.
"Wirklich problematisch sind Eichenmoos (Evernia prunasti), Zimtaldehyd (Cinnamal)
oder Isoeugenol", sagt Schnuch. Wer sich vor einer Allergie schützen will,
sollte auf diese Stoffe besonders achten.
Das Apothekenmagazin "Baby&Familie" 9/2005 liegt in vielen Apotheken aus und
wird kostenlos an Kunden abgegeben.
www.GesundheitPro.de > Button "Apotheken Magazine" > Presse-Service
Originaltext: Wort und Bild - Baby & Familie
Digitale Pressemappe:
http://presseportal.de URL steht nicht mehr zur Verfuegung. /story.htx?firmaid=54201
05.09.2005
Umfrage: Widerstand gegen Rauchverbot schwindet. HAMBURG. Der
Widerstand gegen ein Rauchverbot in Deutschland schwindet. Immer mehr Deutsche
befürworten ein generelles Rauchverbot in Gaststätten, wie eine Umfrage des
Nachrichtenmagazins ...
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/letterlink.asp?m=htm&id=14376&md5=acd2c7d3889264afdb70ef63a3187f36
01.09.2005
Feinstaubpartikel als tödliche Gefahr Experten fordert Senkung der
Grenzwerte - Kleinste Teilchen am Schädlichsten
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=050901018
Ärzte weisen auf Verflechtung von Industrie
und Selbsthilfe hin KÖLN. Auf die Verflechtungen der
Patienten-Selbsthilfegruppen in Deutschland mit der pharmazeutischen Industrie
hat die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hingewiesen. ...
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/letterlink.asp?m=htm&id=14349&md5=acd2c7d3889264afdb70ef63a3187f36
Die unliebsame Erbschaft der Kinder von
Rauchern. Wer in einem Haushalt mit Rauchern aufwächst, hat
möglicherweise lebenslang an den Folgen zu leiden. Denn an chronischem Husten
leiden die Betroffenen in späteren Lebensjahren doppelt so häufig wie Kinder,
die rauchfrei aufwuchsen.
http://gms-letter.de/cgi-bin/link/740/18561/823
Wegen Infertilität ist jedes siebte Paar
kinderlos. Jede siebte Partnerschaft in Deutschland bleibt wegen
Fruchtbarkeitsstörungen bei einem oder beiden Partnern kinderlos.
http://www.aerztezeitung.de/nel/?id=369995,4146,/medizin/frauengesundheit
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TERMINE
Internationaler Kongress - 20 Jahre Leben mit Tschernobyl - Erfahrungen
und Lehren für die Zukunft
9. bis 12. März 2006 - Montforthaus, Feldkirch (Vorarlberg, Österreich)
Veranstalter: Otto Hug Strahleninstitut – MHM e. V., D
Land Vorarlberg, A
Europäische Arbeitsgemeinschaft „Mut zur Ethik“, CH
Österreichische Ärztekammer, A
Deutscher Verband für Tschernobyl-Hilfe e. V., D
Stiftung „Ein Herz für krebskranke Kinder“, L
Hippokratische Gesellschaft Schweiz, CH
u. a.
Schirmherr: Dr. Herbert Sausgruber Landeshauptmann von Vorarlberg
Ziele des Kongresses
Unmittelbar nach der Tschernobyl-Katastrophe hat der KGB vieles als „streng
geheim“ klassifiziert. Es gab keine wahrheitsgemäße Dokumentation der
radioaktiven Kontamination der betroffenen Gebiete, der Strahlenschäden bei der
Bevölkerung und bei den Liquidatoren (Aufräumarbeitern).
Vor 20 Jahren verhinderte das Bemühen, die Katastrophe und ihre Folgen zu
verschleiern, wichtige Maßnahmen, die zum Schutz der Bevölkerung hätten
getroffen werden können. Und seit 1990 haben sich führende Industriestaaten
konsequent daran beteiligt. Bis heute steht die Mehrzahl der Berichte zu
Tschernobyl-Folgen unter dem Diktat und Einfluss mächtiger, von Atominteressen
geleiteten Institutionen. International angesehene
Gremien reden noch immer von nur 31 Strahlentoten nach Tschernobyl. Von diesen
wird nahezu jede Gesundheitsschädigung infolge von Tschernobyl abgestritten –
inzwischen nur abgesehen vom Schilddrüsenkrebs bei Kindern. Es gibt jedoch immer
mehr Wissenschaftler und andere Fachleute in Ost und West, die sich dafür
engagieren, die Wahrheit hinter den Verschleierungstaktiken offen zu benennen
und den Menschen in der Region um Tschernobyl wirksam zu helfen. Das Ziel des
Kongresses besteht darin, ungeschönt über die Situation der Menschen und ihrer
Lebensbedingungen zu berichten, Lügen und Verschleierungsstrategien konkret zu
benennen und Konsequenzen zu ziehen. Wir laden Ärzte, Wissenschaftler und andere
Fachleute herzlich dazu ein, ihre unbequemen Forschungsergebnisse und
Erfahrungen zu Tschernobyl vorzustellen und zu diskutieren. Wir laden alle
interessierten Bürger, Tschernobyl-Initiativen, Politiker, Ärzte,
Energiewissenschaftler und Behördenvertreter ein, zuzuhören, zu studieren, zu
fragen und gemeinsam nach vernünftigen Maßnahmen zu suchen, bei denen das Wohl
der Tschernobylopfer und das Lernen aus der Katastrophe Vorrang hat vor der
Unterstützung fragwürdiger nuklearer Prestigeobjekte.
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Edmund Lengfelder, Kongresspräsident
Themen des Kongresses
Medizinische Probleme in Belarus, Ukraine, Russland: Wie haben
sich die Daten für Erkrankungen z. B. der Schilddrüse, von Brustkrebs, Leukämie,
Augenkrankheiten, teratogenen Schäden und für den Gesundheitszustand insgesamt
verändert? Ergaben sich bereits neue Erkenntnisse zur Beurteilung der
biologischen Strahlenwirkung?
Medizinische Probleme in Westeuropa: Gibt es auch Auswirkungen
auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung in anderen europäischen Staaten ? (z.
B. auf Säuglingssterblichkeit, Fehlbildungen, Down-Syndrom, Krebs und Leukämie)
Sozialökonomische Aspekte: Welche sozialökonomischen Folgen
gibt es für die betroffene
Bevölkerung, für die Arbeitswelt, die gesundheitliche und allgemeine
Versorgungssituation, die Bevölkerungsentwicklung?
Beispiele für die einheimischen staatlichen Maßnahmen und Hilfsprojekte von
außen (z. B. von NGO)
Fragen zum Katastrophenmanagement: Ist der teure Bau eines Sarkophag-II
erforderlich? Welche Gefahren gehen vom Tschernobyl-Standort noch aus? Gibt es
neue Erkenntnisse zur Ursache der Katastrophe? Was passiert in der Sperrzone?
Welche Lehren ergeben sich aus Tschernobyl für den Katastrophenschutz und die
Risikobeurteilung des AKW-Betriebs im Westen?
Internationale Organisationen und Informationspolitik: Was
leisten internationale Gremien wie ICRP, WHO, IAEA, EURATOM, UNSCEAR und andere
zur Beurteilung und Überwindung der Tschernobyl-Folgen und was leisten sie
nicht? Zielstellungen und Effektivität internationaler Programme, z. B. des
CORE-Programms?
Programmkoordination und Anmeldung alle Länder außer Schweiz: Prof. Dr. Edmund
Lengfelder, Strahlenbiologisches Institut der LMU, Schillerstraße 42, D-80336
München, Email:
lengfelder@lrz.uni-muenchen.de
Kongressbüro und Anmeldung aus der Schweiz: Tschernobyl 2006 Feldkirch, Email:
tschernobyl2006@gmx.net
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VEROEFFENTLICHUNGEN
Vom Werner-Fuss-Zentrum Berlin
Vom Land Niedersachsen werden schwerere und systematische
Menschenrechtsverletzungen, tatsächlich sogar psychiatrische Folter, offen
zugegeben.
Leider liegt uns erst jetzt ein Bericht des parlamentarischen Ausschusses für
Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung in Niedersachsen für das
Jahr 2003 vor (den wir vollständig im Anhang beifügen). Auf den Seiten 9-11
dieses Berichts wird die Spitze des Kerkersystems mit Folterregime, das
Willkürsystem der Zwangspsychiatrie, dokumentiert, wie es völlig losgelöst
regelmäßig nicht mal die fadenscheinigen rechtlichen Minimalanforderungen
erfüllt.
Dass diese Tatsachen bisher immer noch nicht von den Medien aufgegriffen wurden,
obwohl sie die Bedinungen der Folter erfüllen sind, wirft ein sehr trauriges
Licht auf diese angebliche "vierte Gewalt".
Wir hoffen nun, dass nachdem die BRD erstmals wegen einer
Menschenrechtsverletzung in der Psychiatrie vom Europäischen Gerichtshof für
Menschenrechte verurteilt wurde (auch das Oberlandesgericht Bremen hat sich im
Jahr 2000 einer Menschrechtsverletzung schuldig gemacht!), die Medien endlich
Licht auf die Schlangengruppe Psychiatrie und deren systematischen
Foltermethoden werfen.
http://www.justiz.sachsen.de/smj/pdf/GrusswortStS_Betreuung.pdf
Werner-Fuß-Zentrum
http://www.psychiatrie-erfahrene.de ,
http://www.die-bpe.de
,
http://www.antipsychiatrie.de
und
http://www.dissidentenfunk.de
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POLITIK - BEHOERDEN
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BfR Bundesinstitut fuer Risikobewertung
28/2005, 07.09.2005
Krisen kosten Geld, Vertrauen und bieten Chancen
Warner oder Entwarner: BfR will der Vielfalt der Meinungen das
Orientierungswissen einer neutralen Institution entgegensetzen
Krisen verursachen enorme Kosten, materielle wie immaterielle,
betriebswirtschaftliche wie volkswirtschaftliche. Aber längst nicht immer liegen
Krisen reale, wissenschaftlich quantifizierbare Risiken zugrunde. Wer
entscheidet, wann ein Sachverhalt zu einer Krise wird? Lassen sich Krisen
vermeiden und welche Rolle spielt dabei die Wissenschaft? Diese und andere
Fragen standen im Mittelpunkt der ersten Status-Konferenz, zu der das
Bundesinstitut für Risikobewertung nach Berlin geladen hatte. Unter dem Titel
„Was kostet eine Krise? - Fakten, Erfahrungen, Handlungsmöglichkeiten“ bot die
Veranstaltung ein Forum für rund 150 Gäste aus Politik und Wirtschaft, Behörden
und Wissenschaft, von Verbraucherschutzeinrichtungen und Medien. Ob eine
Situation als Krise oder Chance empfunden wird, hängt stark von der Perspektive
des Betrachters ab, der mit einer Vielfalt von Meinungen konfrontiert ist. „In
der Entscheidungsphase kann das BfR neutrales Orientierungswissen bieten“, so
der Präsident des Instituts, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Voraussetzung sei
eine sachlich fundierte, interessenfreie Risikobewertung, aber auch eine offene
und verantwortungsvolle Risikokommunikation.
Existenzielle Krisen sind in unserer Überflussgesellschaft selten geworden.
Gleichwohl haben Krisen, die im Zusammenhang mit Lebensmitteln oder
verbrauchernahen Produkten stehen, auch heute noch immense Auswirkungen: Sie
können mit erheblichen Risiken für die Gesundheit einhergehen, sie können
Produkte oder ganze Produktgruppen diskreditieren, zum Zusammenbruch von Märkten
führen und in allen betroffenen Bereichen erhebliche Kosten verursachen: Das hat
die BSE-Krise gezeigt. Krisen kosten aber nicht nur Geld, sie kosten auch
Vertrauen – in Produkte, Märkte und Institutionen. Versuche, das verlorene
Vertrauen zurückzugewinnen, sind langwierig und durchaus nicht immer von Erfolg
gekrönt. Im Rahmen einer Evaluation des BfR wurden 1.000 repräsentativ
ausgewählte Verbraucher „nach dem größten gesundheitlichen Risiko“ befragt: 27,9
% der Befragten gaben an, sich vor „Risiken in Verbindung mit Lebensmitteln“ zu
fürchten. Tatsächlich aber sind Lebensmittel unter wissenschaftlichen
Gesichtspunkten so sicher wie nie zuvor. Grund genug für das BfR, das Thema
„Krise“ in den Mittelpunkt seiner ersten Status-Konferenz zu stellen. Ziel
dieser Veranstaltungsreihe ist es, Probleme des gesundheitlichen
Verbraucherschutzes und die eigene Risikobewertung aus unterschiedlichen
gesellschaftlichen Positionen und Interessen zu betrachten, die jeweiligen
Standpunkte öffentlich darzulegen und zu diskutieren. Einige Ergebnisse der
Veranstaltung haben wir im Folgenden zusammengefasst.
Krisen folgen keinem Plan, sie lassen sich nur sehr bedingt steuern, folgen
eigenen Regeln und haben ihre eigene Dynamik. Trotzdem ist es sinnvoll, sich auf
den Krisenfall vorzubereiten – das zeigt die Erfahrung: Je weiter die
Auseinandersetzung mit einer Krise hinausgezögert wird, desto länger dauert sie
an. Daraus resultiert: Je früher, planvoller und konsequenter sie angegangen
wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, die Krise zu bewältigen.
Oft ist es die subjektive Risikowahrnehmung, das „gefühlte“ Risiko bei den
Beteiligten, das ein Ereignis zu einer Krise macht. Diese Wahrnehmung wird von
unterschiedlichsten Interessenlagen beeinflusst, dazu gehören persönliche
Interessen ebenso wie die von Medien, Herstellern oder auch Forschern. Die
subjektive Risikowahrnehmung ist damit ein wichtiger Faktor, der objektive
Kriterien aber nicht außer Kraft setzen darf. Genau hier ist der
wissenschaftlich fundierte Sachverstand einer interessenunabhängigen Institution
gefragt. Sie kann zu einer sachorientierten Diskussion beitragen und damit die
Funktion eines „Korrektivs“ übernehmen.
Alle, die einmal von einer Krise betroffen waren, sollten aus ihr lernen und
sich die Mühe machen, eine Krise auch retrospektiv aufzuarbeiten. Diese Analyse
kann Aufschlüsse über die Auslöser und eigene Fehler geben und ist damit ein
unentbehrliches Instrument der Krisenprävention. Für die Wissenschaft bedeutet
das, Erkenntnisse frühzeitig, klar und verständlich an die Öffentlichkeit zu
geben - ohne dabei voreilige Schlüsse zu ziehen. Denn: Nichts ist schwieriger,
als eine einmal in der Öffentlichkeit getroffene Aussage zurücknehmen zu müssen.
Einer verantwortungsvollen Risikokommunikation kommt dabei eine besondere
Bedeutung zu: Sie muss sich der Herausforderung stellen, Wissen und Nichtwissen
ehrlich zu kommunizieren, Fakten sauber von Schätzungen und Meinungen zu
trennen.
So wichtig das Krisenmanagement, die Krisenbewältigung und ihre Analyse auch
sind: Viele Krisen lassen sich vermeiden. Voraussetzung dafür ist, dass
Entwicklungen aufmerksam beobachtet und sinnvolle Maßnahmen früh getroffen
werden. Das gilt für Risikobewerter und -manager wie für die Wirtschaft
gleichermaßen. Allerdings kostet auch das Geld. Die Erfahrung zeigt aber, dass
die Kosten-Risiko-Nutzen-Analyse für frühzeitig ergriffene Maßnahmen eher
positiv ausfällt, materiell (in Gewinnen oder nicht entstandenen Verlusten für
Hersteller) wie immateriell (für abgewendete Gesundheitsgefahren und damit
Einsparungen für den einzelnen Bürger, die Gesellschaft und die
Volkswirtschaft).
Für beides, den Umgang mit der Krise wie für die Krisenprävention, sollte nach
Ansicht der Konferenzteilnehmer gelten „Weg vom Aktionismus, hin zu einer
effizienten und effektiven Priorisierung der notwendigen Aktivitäten“- hier
liegen die Chancen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Homepage (www.bfr.bund.de
) unter dem Menüpunkt „Veranstaltungen/Programme, Abstracts und Manuskripte von
früheren Veranstaltungen“.
Anmerkung Scherrmann:
Nachdem ich mir
alle Vortraege bzw. pdfs anschaute, fand ich
es sehr interessant,
- zu sehen, wer eingeladen wurde, zu reden
- zu lesen, wie manche Redner am Thema
vorbeiredeten
- zu lesen, wie sehr hier an manchen Stellen das
eigene Tun beweihraeuchert wurde
- zu lesen, wie fixiert manche auf die Meinung der
sogenannten Experten sind
- zu lesen, wie
hier "subjektiv" und "objektiv" beschrieben wird.
Diese Tagung ist
zwar ein wichtiger Schritt, manches anzusprechen, aber ich kann mir
nicht vorstellen, dass diese Tagung viel zur Loesung der anstehenden Probleme fuer
VerbraucherInnen beigetragen hat. Nach
meinem inzwischen 11-jaehrigen
aufmerksamen Lesen der
Pressemitteilungen des BfR teile ich nicht die Ansicht von Prof. Dr.
Dr. Heusel, dass „In der Entscheidungsphase das BfR neutrales
Orientierungswissen bieten kann“, zumindest
nur in wenigen Bereichen. Die
Pressemitteilungen beziehen sich meist nur auf einzelne Punkte, und
beruecksichtigen zu wenig die Gesamtsicht und die Gesamtbelastung. Ganz
deutlich zeigt sich dies z. B. im Bereich Kosmetika, aber auch in anderen
Bereichen.
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UBA - UMWELTBUNDESAMT
Dessau, den 08.09.05
Spürbarer Klimawandel auch in
Deutschland: Höchste Zeit zur Anpassung
Umweltbundesamt sieht Nachholbedarf bei der Anpassung an Folgen des
Klimawandels
Längere Trockenperioden, stärkere Regenfälle und zerstörerische
Stürme sprechen nach Ansicht der meisten Klimaforscher eine klare Sprache: Der
Klimawandel findet bereits statt – und dass auch in Deutschland. Wie spürbar
der Klimawandel in Deutschland bereits ist und welche Folgen dieser mit sich
bringen wird, zeigen zwei aktuelle Studien, die im Auftrag des
Umweltbundesamtes (UBA) unter der Leitung von Prof. Christian D. Schönwiese
vom Meteorologischen Institut der Universität Frankfurt und von Prof. Wolfgang
Cramer vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung entstanden sind. „Der
Blick für bestehende und künftige Risiken der regionalen Klimaentwicklung ist
zu schärfen“, sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des UBA, zu den Studien.
„Wir müssen nicht nur versuchen, das Ausmaß des Klimawandels wirkungsvoll zu
begrenzen. Wir müssen uns auch schneller als bisher dem Klimawandel anpassen –
etwa im Deichbau und dem Hochwasserschutz –, um zukünftige
volkswirtschaftliche Schäden so gering wie möglich zu halten. Nach Aussage des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten allein die
volkswirtschaftlichen Schäden ab 2050 weltweit die Größenordnung von mehreren
Billionen Euro pro Jahr erreichen, davon weit mehr als 100 Milliarden Euro
allein in Deutschland.“
Die Stürme und Überschwemmungen haben sich weltweit im letzten Jahrzehnt
gegenüber den 60er Jahren verdoppelt bis verdreifacht, die
volkswirtschaftlichen Schäden versechsfacht. Eine wesentliche Ursache hierfür:
Das Klima ändert sich. Häufigere und heftigere Starkniederschläge, Hochwässer
und Hitzewellen sowie ihre Auswirkungen sind auch in Deutschland spürbar.
Kurzzeitige, extrem hohe Niederschläge und besonders warme Tage – speziell im
Winter – treten viel häufiger auf, als noch vor 100 Jahren. Die Temperatur
stieg in Deutschland in den vergangenen 100 Jahren um etwa 0,8°Celsius an.
Dieser stetige Wandel wurde durch häufiger und heftiger werdende
Wetterextremereignisse begleitet. Trotz anspruchsvoller Klimaschutzmaßnahmen,
dürfte bis 2080 in Deutschland eine deutliche Erwärmung von etwa 1,8 - 3,6°C
eintreten. Es wird mit zunehmend wärmeren, feuchteren Wintern und heißeren,
trockeneren Sommern gerechnet. Die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitzewellen,
erhöhte sich in den vergangenen 100 Jahren bereits um mehr als das 20fache.
Eine weitere Zunahme von Hitzewellen und überwiegend winterlichen
Starkniederschlägen ist wahrscheinlich.
Vielfältige Risiken – teilweise aber auch Chancen – ergeben sich aus dem
Klimawandel für den Naturschutz, die menschliche Gesundheit, die Land-, Forst-
und Wasserwirtschaft, sowie für Tourismus und Verkehr in Deutschland.
Für ganz Deutschland gehen Risiken vor allem von Hochwasser und
Trockenperioden aus. Momentan besitzen Südwestdeutschland, die zentralen Teile
Ostdeutschlands und die Alpen die höchste Anfälligkeit gegenüber dem
Klimawandel. Die Gesundheit und der regionale Tourismus – der auf Wintersport
setzt – sind vor allem gefährdet. Hier gilt es, zeitnah Anpassungsmaßnahmen,
die in vielen Fällen bereits zur Verfügung stehen, umzusetzen.
Die Studien „Berechnung der Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten von
Extremereignissen durch Klimaänderungen – Schwerpunkt Deutschland“ und
„Klimawandel in Deutschland – Vulnerabilität und Anpassungsstrategien
klimasensitiver Systeme“ sowie ein Hintergrundpapier zu Klimafolgen und
Anpassung sind unter der Adresse
www.umweltbundesamt.de/klimaschutz
sowie unter
www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/index.htm
abrufbar.
Weiterführende Informationen zu Fragen der Klimaänderungen und des
Klimaschutzes sind unter www.klimaschuetzen.de zu finden.
http://www.umweltdaten.de/uba-info-presse/pi05/pd05-048.pdf
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2005/pd05-048.htm
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Ende des newsletter/d/89
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